100 Jahre Erster Weltkrieg – Online-Archiv sucht Erinnerungen der Crowd

09.08.2011

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal. Die Deutsche Nationalbibliothek hat am 24. März 2011 in Zusammenarbeit mit der University of Oxford und der europäischen digitalen Bibliothek Europeana das Projekt „Erster Weltkrieg in Alltagsdokumenten – Fotos, Briefe und Erinnerungsstücke gesucht“ gestartet. Die Öffentlichkeit wird dazu aufgerufen, sich mit persönlichen Erinnerungsstücken aus der Zeit des Ersten Weltkrieges an dem Aufbau eines digitalen europäischen Archivs zu beteiligen. Erinnerungsstücke – das können sein: Briefe, Fotos, Tagebücher, Filme, Tonaufnahmen, im Grunde Materialen verschiedenster Art, die ein Stück Geschichte in sich tragen.

Crowdsourcing

Schon im Jahr 2008 hat die University of Oxford mit großem Erfolg das Great War Archive-Projekt durchgeführt, welches nun durch die gemeinsame Initiative von Europeana und der Deutschen Nationalbibliothek erweitert werden soll. Ziel ist es, bis 2014 in mindestens zehn europäischen Ländern Materialien in digitaler Form zu sammeln, um so Erinnerungen von Menschen verschiedener Nationen zu archivieren und öffentlich zugänglich zu machen.


Mitmachen
Bis Ende Juli fanden in Frankfurt am Main, Berlin, München und Stuttgart und anderen Städten mehrere Aktionstage statt, an denen jeder seine Erinnerungsstücke aus der Kriegszeit mitbringen konnte. Vor Ort wurden diese dann professionell digitalisiert und dem Online-Archiv hinzugefügt. Hunderte von Menschen haben sich bei den Aktionstagen beteiligt und reichlich Material zur Verfügung gestellt.

Neben den Aktionstagen kann man sich aber auch auf der Internetseite des Projekts: www.europeana1914-1918.eu registrieren und selbstständig das Archiv mit Bildern und Informationen füllen. Ein Blick in das Archiv des Projektes lohnt sich schon jetzt. Hier kann man sehen, was bereits an vielfältigen Materialien beigetragen wurde.


Blog ArchivNeuer Gedanke: Crowdsourcing
Das Projekt nutzt Crowdsourcing als neue Methode, um ein möglichst breites Spektrum an Materialien sammeln zu können. Durch die Beteiligung von mehr als zehn europäischen Ländern werden viele Menschen mit einbezogen, was auch inhaltlich eine Vielfalt an persönlichen Erinnerungsstücken gewährleistet. Das Internet und die Methode des Crowdsourcing machen es möglich, die gesammelten Erinnerungsstücke, welche sonst nur auf dem Dachboden verstauben, der Öffentlichkeit sowie der Forschung zugänglich zu machen.

(Bilder von pixelio)

Dieser Artikel wurde am 09.August 2011 von judith geschrieben.

von: Judith Schröder

Judith Schröder, Support & Recruiting