Wie die Crowd der Piraterie den Wind aus den Segeln nimmt

18.08.2011
Crowdsourcing

Es scheint als habe die modernen Piraterie bald ihr letztes Pulver verschossen. Und das – mal wieder – dank der enormen Unterstützung der Crowd.

Vor der Küste Somalias sind schwerbewaffnete Piraten ein gefährliches geopolitisches Problem, das mittlerweile sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat.

Tatsächlich bedrohen kontinuierlich mehr als tausend Piraten wichtige internationale Schifffahrtsrouten sowie die Nahrungsmittellieferung. Die somalische Regierung ist maßlos überfordert.

Da kommt ein Projekt der US-Navy gerade richtig. In einem Onlinegame soll in Kürze die Spielercommunity Abwehrstrategien entwickeln. Das Projekt namens „MMOWGLI“ (Massively Multiplayer Online Wargame Leveraging The Internet) wird virtuelle Simulationen und Social Media Tools miteinander verknüpfen und die Spieler vor hypothetische Szenarios stellen. Innovationschef des „Naval Research Office“, Lawrence Schuette, erzählt: „Farmville und Mafiaboss haben Millionen Internetnutzer für viele Stunden gefesselt, ohne ein praktisches Ende aufzuweisen. Was wird erst geschehen, wenn der Nutzer weiß, er kann etwas bewegen?“ Crowdsourcing sei die genialste Lösung für das offensichtliche Problem. Man könne sich so viele Kenntnisse und diverse Hintergründe im Kampf gegen die Piraterie zu nutzen machen.

Die Simulationen werden keine riesigen grafischen oder akustischen Elemente beinhalten, dafür aber einfache Videos und Situationsbeschreibungen, die die Vorstellungskraft und das Problemverständnis der Spieler anregen sollen. Die Gamer sind dann aufgefordert, mögliche Resultate verschiedener Handlungsweisen oder strategische Züge zu skizzieren und in der Community über die sinnvollste Vorgehensweise abzustimmen. Bis zu 1000 Registrierungen habe man erwartet. Vor Start des Pilot-Projektes sind es jetzt bereits mehr als 7000. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, werden derzeit die Server und das System überarbeitet. Bleibt zu hoffen, dass die Spielefans den Piraten endlich den Wind aus den Segeln nehmen und sie mit ihren Booten in die Wüste schicken.

Dieser Artikel wurde am 18.August 2011 von patricia geschrieben.

von: Patricia Schiel

Patricia Schiel, Support- & Recruiting