Vom Frustbürger zum Mitbürger – Teil 2

30.11.2011

Anti-Atom-Demos, Stuttgart 21 und die Occupy-Bewegung: Deutschland geht auf die Straße. Viele Bürger sind unzufrieden. Ihnen reicht es nicht mehr, Abgeordnete zu wählen; sie wollen auch bei einzelnen Themen direkt mitbestimmen. Der Ruf nach mehr direkter Demokratie wird lauter.

Im Frühjahr stellte Clickworker Joachim Klöckner hier einige Internetseiten vor, auf denen sich Internetnutzer auch von zu Hause aus politisch beteiligen können – indem sie beispielsweise Petitionen einreichen und öffentlich Fragen an Abgeordnete stellen. Jetzt haben Studenten verschiedener Fächer eine Seite entwickelt, die diese Angebote bündelt und sie speziell für junge Menschen aufbereitet:

Auf www.sehenwaspassiert.de zeigen Comicfiguren dem User, wo er sich im Internet politisch informieren und engagieren kann. „Das Wesentliche der Seite sind die drei Charaktere Meinungssurfer, Distanzcrasher und Partizipator. Klickt man darauf, gelangt man zu einem Wiki. Dort können die User selbst Internetseiten zur politischen Teilnahme eintragen“, erklärt Stefan Czimmek, der an der Entwicklung der Seite beteiligt war. Neben bekannten Angeboten wie dem Wahlomaten oder Abgeordnetenwatch findet man im Wiki Plattformen für politische Diskussionen, Ansprechpartner für eigene Projekte und Informationsangebote der Parteien. „Mit der Seite wollen wir erreichen, dass Interessierte eine Orientierung haben, wo sie sich im Netz wie beteiligen können. Wir haben nämlich festgestellt, dass es schon etliche Angebote gibt, die aber alle recht schwierig zu finden sind“, sagt Stefan Czimmek.

Noch wartet das Wiki darauf, von der Crowd weiter befüllt zu werden. Doch der Winter kommt und auf den Straßen wird es ungemütlich. Vielleicht kann das Internet dabei helfen, das Engagement am Leben zu erhalten. Vielleicht kann sehenwaspassiert.de dabei Orientierung geben. Und vielleicht können gerade Jugendliche der Politik so wieder ein Stück näherkommen.

Dieser Artikel wurde am 30.November 2011 von tina geschrieben.

von: Ann-Kristin Schäfer

Ann-Kristin Schäfer, Support & Recruiting