„Can You Solve This?“ – Mit Crowdsourcing für freiere Bildung im Iran

07.12.2011

Wer in Deutschland über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt und zusätzlich den eventuell vorhandenen Numerus Clausus erfüllt, kann relativ leicht Zugang zu den vielfältigen Studienangeboten der deutschen Universitäten und Fachhochschulen erhalten. Dass dieses Recht auf Bildung jedoch nicht in allen Ländern selbstverständlich ist, verdeutlicht die im August 2011 angelaufene Kampagne „Can You Solve This?“.

Can you solve this In einen kurzen, animierten Video-Clip im Stil von Marjane Satrapis Film „Persepolis“ wird schnell klar, dass die Zulassung von Studenten im Iran anderen Regeln unterliegt. „Wenn ich groß bin, will ich Ärztin sein“ steht beispielsweise auf der Zeichnung, die ein kleines Mädchen seiner Mutter voller Stolz präsentiert. Dass dieser Kindheitstraum schnell platzen kann, muss die angehende Studentin jedoch spätestens im Zulassungsbüro der gewählten Universität erfahren, falls sie nicht allen Vorgaben des iranischen Staates genügt.

„Studentische Aktivisten, FrauenrechtlerInnen, MenschenrechtsverteidigerInnen, Blogger und Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten wie die der Bahá’í werden für ihr zivilgesellschaftliches Engagement mit dem Rauswurf aus Universitäten oder ihrer Nichtzulassung bestraft,“ heißt es auf der offiziellen Website der Aktion.

Diese mutwillige Verweigerung von Bildung sei weiterhin ein bewusst gewähltes Unterdrückungsmittel der iranischen Regierung, um unerwünschten Minderheiten den Zugang zu Universitäten zu verwähren.

Um diesen Unterdrückungsverhältnissen entgegenzuwirken, wurde auf weltweite Unterstützung gesetzt. Mit einem QR-Code (Quick Response Code) sollte das Interesse der Crowd geweckt werden. Jeder, der den Code mit seinem Smartphone fotografiert, wird durch eine eigens entwickelte App zur Website der Kampagne weitergeleitet. Dort besteht die Möglichkeit vorgefertigte E-Mails an verschiedene Politiker zu versenden, um diese zum Handeln aufzufordern.

Aktuell wurden auf diesem Weg schon über 10.000 E-Mails an Politiker aus 12 Ländern verschickt. Bis zum Ende des Jahres wollen sich ebenfalls noch acht weitere Staaten an der gemeinnützigen Aktion beteiligen. Dass diese Bemühungen wirken, zeigt sich vor allem auch daran, dass die Projekt-Webseite nicht einmal zwei Stunden nach ihrer Erstellung von der iranischen Regierung blockiert wurde.

Dieser Artikel wurde am 07.December 2011 von mandy geschrieben.

von: Mandy Steffan

Mandy Steffan, Community Management