Archivierte Erinnerungen: Crowdsourcing rollt die Geschichte auf

09.02.2012

Europeana 1914-1918: Dachbodenfunde als Wissensspeicher

Crowdsourcing rollt die Geschichte aufVor einiger Zeit haben wir bereits über das Archiv-Projekt „Europeana 1914-1918“ berichtet. Im März 2011 rief die digitale Datenbank Europeana in Zusammenarbeit mit der University of Oxford die Öffentlichkeit dazu auf, sich durch das Einsenden von persönlichen Erinnerungsstücken aus der Zeit des ersten Weltkrieges am Aufbau einer geschichtsträchtigen Datenbank zu beteiligen.

Dass die bis 2014 laufende, europaweite Crowdsourcing-Aktion bereits jetzt großen Anklang findet, zeigt sich nicht zuletzt durch die bisher 27.000 eingesandten Bilddateien in der neu aufgebauten Datenbank. Von März bis Juli 2011 wurden auf acht Aktionstagen in deutschen Städten Dachbodenfunde wie Postkarten, Briefe, Tagebücher und Fotos professionell digitalisiert. Wer nicht an den Aktionen in Frankfurt, Berlin, München, Stuttgart, Erfurt, Dresden, Kiel oder Regensburg teilnehmen konnte, hat außerdem die Möglichkeit, seine Erinnerungsstücke nach einer Registrierung auf der Internetseite des Projekts einzustellen. Durch die genaue Beschreibung und Verschlagwortung des gesammelten Materials konnte ein beeindruckendes Archiv aufgebaut werden, das geschichtliche Fakten ebenso wie persönliche Geschichten zu beleuchten weiß.

Das Gedächtnis der Nation: Bewegte Bilder von bewegender Geschichte

JahrhundertbusDer gemeinnützige Verein „Gedächtnis der Nation“ hat sich auf das Sammeln von bewegten Bildern spezialisiert. Zwischen Oktober und November des vergangen Jahres tourte der „Jahrhundertbus“ als mobiles Aufnahmestudio quer durch Deutschland, um Filmmaterial von Zeitzeugen zu sammeln, die über prägende Erlebnisse des 20. Jahrhunderts zu berichten hatten. Um die Aktion auch für die Crowd zu öffnen, wurde ebenfalls eine Upload-Funktion von Videomaterial über einen YouTube-Channel eingerichtet. So konnte sich Jeder mit seinem eigenen Video-Handy oder seiner Video-Kamera auf die Suche nach bewegenden Zeitzeugengeschichten machen und sie nach redaktioneller Prüfung mit anderen Interessierten teilen. Bisher sind rund 230 Interviews zusammen gekommen, die lebendige und ehrliche Lebensgeschichten zwischen NS- und Kriegszeit, Mauerbau und Mauerfall erzählen.

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“Postkarte”
– Eingereicht von: Dr. Sven Mahmens
– Titel: Wiesener, H. – Portraitpostkarte
– Quelle: http://www.europeana1914-1918.eu/de/contributions/658

„Jahrhundertbus“
– Quelle: http://www.pragenturhamburg.de/opz/gedachtnis-der-nation/pressebilder/

Dieser Artikel wurde am 09.February 2012 von mandy geschrieben.

von: Mandy Steffan

Mandy Steffan, Community Management