Auf der Suche nach ET: Wenn die Crowd zum Wissenschaftler wird

28.02.2012

Mathematik gehörte für die Meisten zweifelsohne nicht zu den spannendsten und beliebtesten Fächern ihrer Schulzeit. Da das aufwändige Berechnen von Daten jedoch eine unabdingbare Vorraussetzung für das Funktionieren der modernen Wissenschaft ist, wird auch in diesem Bereich auf Hilfe aus der Crowd gesetzt.

Durch ein offenes Programm der US-amerikanischen Universität Berkeley können rechenintensive Projekte über ein Netzwerk auf die privaten Rechner der freiwilligen Projektteilnehmer ausgelagert werden. Aktuell stehen den Wissenschaftsprojekten etwa 570.000 private Rechner zur Verfügung. Diese immense Rechenleistung kann doppelt so viel erreichen, wie der aktuell schnellste Hochleistungsrechner. Neben den USA liefert auch Deutschland eine große Menge an Rechenpower.

Die hierzulande bekannteste Website in diesem Bereich ist wohl die des deutschen Ablegers von SETI@home. Bereits seit 1999 ist die Software für eine Mitarbeit bei SETI@home zum Download freigegeben. Jeder, der teilnimmt, erlaubt es den Wissenschaftlern der Universität Berkeley, mit Hilfe seines Rechners die endlosen Weiten des Universums nach außerirdischem Leben zu durchsuchen. Auf diese Weise konnten die über das Internet vernetzten Computer zusammen schon eine Rechenzeit von 2,3 Millionen Jahren erbringen.

faah banner

Aber nicht nur die Astronomen vertrauen auf die Wirkungskraft der Masse. Auch in verschiedenen medizinischen Fachbereichen wird auf Prinzip des verteilten Rechnens vertraut. Aktuell wird beispielsweise auch den Krankheiten AIDS, Leishmaniose und Malaria auf diese vernetzte Weise der Kampf angesagt.

Die Fülle der zu bearbeitenden Projekte des verteilten Rechnens ist fast grenzenlos. Bei all der Euphorie für das gemeinschaftliche Lösen von Problemen sollten die Freiwilligen jedoch nicht vergessen, dass ihr zur Verfügung gestellter Rechner bei voller Auslastung deutlich mehr Strom benötigt, als im normalen Hausgebrauch.

Bildquelle: http://fightaidsathome.scripps.edu/index.html

Dieser Artikel wurde am 28.February 2012 von mandy geschrieben.

von: Mandy Steffan

Mandy Steffan, Community Management