Das Grüne Schiff von Greenpeace

09.10.2012

2009 beschloss Greenpeace, dass es an der Zeit für ein neues, „grünes“ Schiff sei und dass die legendäre “Rainbow Warrior II” in den wohlverdienten Ruhestand gehen sollte. Anders als das alte Schiff sollte die Rainbow Warrior III komplett neu und unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte gebaut werden. Sie sollte nicht nur die Basis für kommende Kampagnen sein, sondern auch als Labor und Kommunikationszentrum dienen.

Da Greenpeace keine Spenden von Staaten und Firmen entgegennimmt, musste die gesamte Finanzierung des 23-Millionen-Euro-Projektes anders bestritten werden. In Zusammenarbeit mit einem Team aus Werbegestaltern und Webdesignern wurde eine Webseite mit interaktivem Onlineshop geschaffen, auf der sich jeder Interessierte ein Stück des neuen Schiffs kaufen konnte. Von der 1-Euro-Gabel bis zum 300-Euro-Bullauge konnte alles erworben werden. Das Gekaufte wurde anschließend direkt als Spende an Greenpeace übergeben. Der Aspekt der „Co-Creation“ wurde zusätzlich dadurch verstärkt, dass die Spender ein Zertifikat über das von ihnen erstandene Teil erhielten und ihre Namen auf einer Fahne im Konferenzraum des Schiffes verewigt wurden.

Rückblickend war das Projekt ein voller Erfolg. Denn nachdem das neue Schiff 2009 in Auftrag gegeben wurde, lief die Rainbow Warrior III bereits im Oktober 2011 zu ihrer Jungfernfahrt aus der Werft bei Bremen aus.

Zwar kann man nicht mehr auf die Spendenwebseite zugreifen, aber wie auf dem Bild zu erkennen ist, wurde dem User eine komplette Tour des Schiffs geboten. Man konnte alle Bereiche anklicken und sich ein Teil zum Kauf aussuchen. Zudem gab es eine Übersicht über die Entstehungsgeschichte und eine Live-Übertragung der aktuellen Arbeiten am Schiff. Unten links wurde zudem der Fertigstellungsgrad angezeigt.

Heute kann man sich stattdessen auf www.greenpeace.de über das Schiff informieren und sehen, wo und in welcher Mission es momentan unterwegs ist.

Genutzt wird die Rainbow Warrior III vor allem als Kampagnenschiff. Dafür ist es mit einem großen Büro, einem großem Konferenzraum, multimedialen Arbeitsplätzen, Breitband-Internetzugang, Hubschrauberdeck, Nassraum für die Ausrüstung und Festrumpf-Schlauchbooten perfekt ausgestattet. Die Schlauchboote sind bekanntermaßen ein essentieller Bestandteil der Protestaktionen. Das neue Gefährt steht der 30-köpfigen Besatzung unter anderem im Kampf gegen die Überfischung der Meere und gegen die Abholzung der Regenwälder zur Verfügung.

An Board der Rainbow Warrior III wird der Müll direkt sortiert, Trinkwasser aus dem Meer gewonnen und Abwasser wieder aufbereitet. Neben den 1300 Quadratmeter Segel können sowohl ein Elektromotor als auch ein Dieselmotor mit besonders feinem Filter für den Antrieb sorgen. Mit dem Solarantrieb hat es leider noch nicht geklappt. Aber es ist trotzdem ein grünes Schiff geworden, auch dank der finanziellen Unterstützung von mehr als 100.000 ökologisch interessierten Internetnutzern.