UNICEF will eure Ideen

03.12.2012

Auf der ganzen Welt leben Kinder in Armut und Krieg, ohne Zugang zu Bildung, ärztlicher Versorgung oder einem funktionierenden Gesundheitssystem. UNICEF arbeitet seit Jahren an der Verbesserung der Lebensumstände von Kindern. Da UNICEF eine gemeinnützige Organisation ist und es immer an Geld mangelt, haben sie im August dieses Jahres die UNICEF Innovation Plattform gestartet, um den sozialen Wandel weiter voranzutreiben.


Auf der Plattform können sich Betroffene und Menschen, die helfen wollen, über laufende Projekte informieren. Neben den relativ ausgereiften Projekten gibt es die sogenannten „Challenges“. Hierbei handelt es sich um Projekte, die sich noch in der Ideenphase befinden. Besucher der Seite und Mitglieder der Community können diese kommentieren und eigene Ideen zur Lösung von Problemen wie der in Entwicklungsländern Versorgung von Schulen mit Möbeln und Inventar posten.

Natürlich kann jeder eigene Challenges vorschlagen und an deren Lösung mitarbeiten. : Durch die Auslagerung von kreativem Potenzial und ersten Schritten zur Projektentwicklung will UNICEF Kosten einsparen und Projekte schneller umsetzen.

Bisher sind die Foren wenig kommentiert und die meisten Mitglieder der Community sind Experten, die für eine andere Organisation im selben Themengebiet tätig sind. Besonders interessant wäre es, wenn Betroffene ihre Erfahrungen teilen und über praktische Probleme berichten könnten. Dazu aber müsste UNICEF die Plattform bekannter machen und versuchen, die Betroffenen mehr zu involvieren. Doch vermutlich endet hier die Reichweite einer interaktiven, internetbasierten Plattform. Menschen ohne Zugang zu Computern und Internet können sich nicht einbringen, so sehr sie es vielleicht auch wollen.


Natürlich kann auch nicht jeder, der Internet hat, sich zu Themen wie der Bekämpfung von Durchfall oder Lungenentzündungen bei Kindern qualifiziert äußern. Dafür bietet die Seite allerdings diverse Fallstudien zu den Projekten und Challenges. Diese informieren sowohl über wissenschaftliche und soziale Hintergründe der Probleme als auch über Erfolge und Niederlagen. Als letztes Feature gibt es eine bisher sehr übersichtliche Karte, auf der man die verschiedenen Projekte finden kann.

Generell ist die Idee der gemeinsamen Problemlösung und Projektentwicklung gut, aber bisher handelt es sich um ein wenig genutztes Werkzeug. Es bleibt zu hoffen, dass das Projekt an Bekanntheit gewinnt und von UNICEF weiterentwickelt wird. Eine Community braucht eine gute und ausgewogene Betreuung, um möglichst viele Mitglieder anzuziehen, der gute Zweck als Lockmittel alleine reicht vielleicht nicht immer aus.