Asklepios from Outer Space – von William

07.11.2013

Schweißgebadet und abrupt wachte Frank in beklemmender Dunkelheit auf. Er hatte wieder einen dieser Fieberträume und es dauerte einige Sekunden, bis er sich seiner Situation bewusst wurde. Frank war ein Heroin-Junkie, stets abgebrannt, abgemagert und frei von jeglicher moralischer Selbstreflexion, wenn es um die Beschaffung seines nächsten Schusses ging. Neben dem Ausrauben von Omis und diversen Stricheraktivitäten, dominierte der Rausch seinen Alltag. Familie und Freunde haben Frank längst aufgegeben und ihn aus ihrem standardisierten, idyllischen Dasein verbannt. Doch auch Frank selbst hatte seine jämmerliche Existenz satt. Zu ängstlich für den Suizid, zu willenlos und pleite für eine professionelle Entgiftung legte er sein Schicksal in die Hände des in der Fixerszene als Wunderheiler verschrienen Mr. Asklepios.

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Der Schafterrorist – von Monika Schohe

07.11.2013

„Lass uns das mal ansehen, ich fange einfach eine Stunde später mit der Arbeit an, die läuft nicht weg!“, meinte S. „Mein Gedanke! Die Sonne animiert zum Innehalten“, meinte P und sie freute sich auf das spontan beschlossene Zusammensein in dieser ruhigen, sonnendurchstrahlten Morgenwelt.

Die nächste Abfahrt fuhren sie heraus in Richtung der Schafwiese. Sie bogen einen Feldweg ein, das Auto hoppelte hasenhaft ein paar hundert Meter, bis sie an der Stelle angelangten und ausstiegen, ihre sonderbare morgendliche Entdeckung näher in Augenschein zu nehmen.

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Zeitgeist der Jugend – von Juliette Stenzel

07.11.2013

Elise beobachtete voller Neugier die Gruppe Jugendlicher vor ihr. Drei Jungs und zwei junge Mädchen. Alle hatten eine Zigarette und Alkohol in der Hand. Die Gruppe unterhielt sich über das letzte große Fest, bei dem scheinbar eines der Mädchen ihre kompletten Klamotten verloren hat. Das blonde Mädchen, das noch nicht einmal 16 zu sein schien, schämte sich keineswegs über den Vorfall. Sie lachte laut und zog ihr T-Shirt nach oben, sodass man ihre Unterwäsche erkennen konnte. Elise war sehr überrascht, denn obwohl die vier anderen Jugendlichen eher weniger gebildet zu sein schienen, drückte sich das blonde Mädchen sehr gewählt aus.

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Der antike Tod – von Carola Kickers

07.11.2013

1852

“Ich glaube, sie ist erlöst, Mutti”, sagt der blonde Junge mit den strubbeligen Haaren am Küchentisch und betrachtet seine sauber gewaschenen Hände. Er fühlt sich gut. Er ist stolz auf sich.

Als seine Mutter nicht reagiert, beharrt er “Doch, es ist wahr!”. Sie stellt ihm einen Teller mit dünner Suppe und eine Scheibe Brot hin. Die Willows sind arm.

“Iss deine Suppe, John, und hör auf, Unsinn zu reden.” Die Mutter fährt dem Achtjährigen mit der rechten Hand durch die zerzauste Frisur. Sie ist erschöpft von ihrer Arbeit in der Wäscherei. Die Knochen tun ihr weh und ihre Arme sind gerötet von der Lauge.

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