Die Crowd unterstützt Weltraumforschung

18.06.2014

Die US-amerikanische Raumsonde „ISEE-3“ (International Sun-Earth Explorer) später, umbenannt in „ICE“ (International Cometary Explorer) wurde 1978 ins All geschickt. Aufgabe der Sonde war, zu neuen Kenntnisse über Sonne, Erde und Kometen zu verhelfen. ICE war ein vielseitiger Vorreiter. Sie lieferte als erste Sonde Informationen über die Sonnenwinde sowie über die Zusammensetzung von Kometen: diese bestehen größtenteils aus Eis, Gasen und organischen Molekülen. Außerdem unterstützte sie andere Sonden, beispielsweise die Sonnensonde Ulysses, bei ihrer Mission. ICE wurde 1997 offiziell aufgegeben, befindet sich aber noch im Weltraum.

Neue Daten aus dem All

2008 empfing das Deep Space Network, ein Netz aus Parabolantennen der NASA, wieder Signale von der Raumsonde. Im Sommer 2014 soll sie der Erde sehr nah kommen. Forscher der Bochumer Sternwarte hatten bereits schwache Signale von ihr empfangen, indem sie Antennen direkt auf die Sonde richteten. Die NASA hatte im Mai 2014 offiziell erlaubt, dass Hobbyforscher Daten des unbemannten Flugkörpers aufnehmen, auswerten und mit der Forscher-Community teilen. Das Space College, welches zukünftige Weltraumforscher ausbildet, möchte die Nähe der Sonde zur Erde nutzen, um die Sonde auf eine geeignete Umlaufbahn zu bringen und so neue Informationen zu sammeln. Die NASA nickte dieses sogenannte „Isee-3 Reboot Project” ab. Mitarbeiter des Projektes entwickelten Software und Hardware, um besser mit ICE zu kommunizieren und die Sonde zu steuern. Keith Cowing, ein ehemaliger NASA-Mitarbeiter, hält es für möglich, dass die Sonde weitere Kometen erforschen kann.

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Außerdem wollten Forscher das Deep Space Network nutzen, um die Sonde genau zu lokalisieren. Gelder hierfür wollte die US-Raumfahrtbehörde allerdings nicht zur Verfügung stellen. Deshalb wurde auf der Plattform Rockethub eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit großem Erfolg: Während als Spendensumme vorerst 125.000 Dollar erreicht werden sollte, wurden insgesamt 160.000 US$ eingenommen. Die deutsche Organisation AMSAT-Deutschland, in der sich Raumfahrtinteressierte engagieren, nimmt auch am Projekt teil. Abgesehen von dem Nutzen für studentische Projekte könnte die Sonde interessante Informationen über das Weltraumwetter und den Verschleiss von Sonden im Weltraum liefern, die auch Amateurfunker interessieren könnten. Um die gewünschten Ziele zu verfolgen, muss der Kontakt zur Sonde spätestens Mitte Juni aufgenommen werden.