Vom Sinn und Zweck der Identitätsprüfung bei clickworker

22.01.2016

Der Ein oder Andere von euch ist vielleicht schon mal in Social Media-Netzwerken oder auf Bewertungsportalen über Postings gestolpert, in denen sich verärgerte Clickworker über gesperrte Benutzerkonten beschweren. Dabei werden oft die interessantesten Theorien aufgestellt, die leider auch andere Nutzer verunsichern.

Um mit Gerüchten á la „Bei clickworker werden wahllos Clickworker-Konten gesperrt, sobald man eine gewisse Summe X verdient“ aufzuräumen, möchten wir euch kurz erklären warum Accounts überhaupt manuell gesperrt werden. Die Antwort ist vergleichsweise simpel: Gelegenheit macht Diebe! Wo Geld im Spiel ist, finden sich auch Menschen, die krumme Dinge drehen, um einen Vorteil daraus zu ziehen.

Generell unterscheiden wir zwischen 3 Arten von Clickworker-Konten, die wir prüfen und ggf. sperren, weil sie gegen unsere AGB verstoßen:

  1. Identitätswechsler
    Hierbei handelt es sich um Clickworker-Konten, bei denen sich Benutzer bewusst mit falschen persönlichen Daten angemeldet haben (Name, Adresse, Land, etc.).
  2. Multiple Persönlichkeiten
    Manche Clickworker legen sich gleich mehrere Konten zu, teilweise, weil sie die Tests nicht auf Anhieb bestehen oder weil sie der Meinung sind, mit mehreren Konten auch mehr Jobs zu erhalten.
  3. Langfinger
    Diese Gruppe richtet leider den größten Schaden an. Mit wildem Rumgeklicke, Eingabe von Nonsense-Daten oder gar dem Klau von fremdem Gedankengut soll hier auf die Schnelle Geld gemacht werden. Nicht zu vergessen: die Leute, die Bots konfigurieren, damit diese die Arbeit für sie erledigen.

Mit gezielten Qualitätssicherungs- und Fraud-Präventions-Maßnahmen steuern wir gegen alle Betrugsversuche an. Viele Schummler werden direkt nach der Registrierung aufgespürt und gesperrt – idealerweise bevor sie die Gelegenheit hatten, auf clickworker zu arbeiten. Es gelingt jedoch nicht immer, gleich jedes Falschkonto aufzudecken, denn manche erweisen sich erst im Laufe der Zeit als verdächtig.

Stellen wir ein verdächtiges Clickworker-Konto fest, sperren wir es und schreiben den Clickworker in der Regel mit der Bitte an, seine Identität und Adresse durch passende Dokumente zu verifizieren. (Bei Multi-Accounts und nachweisbarem Spam erübrigt sich dies logischerweise.) Erweisen sich die eingeschickten Daten als legitim, wird das Konto wieder aktiviert, verifiziert und alles geht seinen gewohnten Gang. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes Dokument, welches bei uns landet, auch echt ist. Unzählige mehr oder minder gut gefälschte Ausweise und Papiere finden leider den Weg in unsere Inbox. Dies macht den Prüfungsprozess unnötig langwierig und schwierig.

Anbei einige Beispiele für gefälschte Dokumente:

gefälschter US-Führerschein Ein täuschend echter US-Führerschein, der in dieser Form allerdings nie von Behörden ausgestellt wird.

Auch sehr beliebt sind Dokumentenvorlagen aus dem Internet, in welche persönliche Daten einfach selbst eingetragen werden können. Anhand von sich spiegelnden „Fehlerchen“ wird deutlich, dass das gleiche Template immer wieder reproduziert wird.

gefälschter russischer Pass

Nun stellt sich die berechtigte Frage: Wie kann es sein, dass sich einige Clickworker trotzdem offen im Internet über Sperrungen beschweren?

Es gibt unzählige Gründe warum z.B. Fake-Konten erstellt werden. Nicht jeder, der ein verdächtiges Clickworker-Konto eröffnet, tut dies weil er schlechte Arbeit einreichen möchte. Unserer Beobachtung nach erstellen einige Clickworker Fake-Accounts, um Zugang zu Aufträgen zu erhalten, die z. B. aufgrund von Kundenvorgaben für ihre Region aktuell nicht verfügbar sind. Nach eigener Auffassung hat der Clickworker ggf. sogar valide Arbeit geleistet. Für uns bedeutet das allerdings, dass die Recherchen, Texte und Ähnliches, die der Clickworker unter falschen Voraussetzungen einreicht, nicht für den Kunden verwertbar sind und neu eingestellt werden müssen.

Wenn das Konto gesperrt und die Beträge abgezogen sind, ist die Drohung, schlechte Publicity zu verbreiten, ein beliebtes Druckmittel. Bei nicht unverzüglicher Wiederherstellung des Clickworker-Kontos, folge eine negative Rezension. Darauf können und wollen wir uns jedoch nicht einlassen, denn die Freischaltung verdächtiger Clickworker-Konten erfolgt nur über eine Verifizierung der Person. Wer nicht bereit ist, seine Identität und aktuelle Adresse auf Anfrage nachzuweisen oder dies nicht kann, muss leider damit rechnen, dass das Clickworker-Konto geschlossen bleibt.

In den letzten Jahren haben wir unsere Prüfmechanismen zur Vorbeugung von Spam und gefälschten Konten erheblich ausgeweitet und optimiert. Allerdings möchten wir zukünftig noch effektiver werden, damit verfügbare Aufträge auch tatsächlich bei den Clickworkern ankommen, für die sie gedacht sind. Unser Ziel ist, die Hürde durch weitere Sicherungsmaßnahmen so hoch zu gestalten, dass sich Betrug nicht mehr wirklich auf clickworker lohnt.

Dieser Artikel wurde am 22.January 2016 von mandy geschrieben.

von: Mandy Steffan

Mandy Steffan, Community Management