Keywordrecherche: Das Wichtigste in zehn Minuten

16.12.2016

Keywordrecherche

Eine neue Website soll aufgebaut werden? Eine alte Homepage überholt? Um bei Google, Bing und Co. richtig zu punkten, ist eines unabdingbar: die richtigen Keywords. Wir zeigen Ihnen, welche Keyword-Typen es gibt, wie Sie die passenden Keywords finden und gekonnt recherchieren.

1. Die drei Keyword-Typen

Diese Schlagworte gibt der Nutzer in eine Suchmaschine ein, um eine Domain oder eine bestimme Unterseite der Domain zu finden. Im einfachsten Fall trägt er in die Suchmaschine den Domainnamen ein, z. B. „ebay.de“. Dieses Vorgehen mag dem Kenner lächerlich erscheinen, in der Jugendsprache gibt es dafür sogar den Begriff „Googleschreiber“. Allerdings wissen tatsächlich viele Internetnutzer nicht, was eine Adresszeile ist bzw., dass sie dort den Domainnamen auch direkt hineinschreiben können.

Interessant für die Keywordrecherche?
Überhaupt nicht, denn der Nutzer weiß ja schon, zu welcher Seite er will.

B) Informationskeyword

Hiermit sucht der Nutzer nach Informationen allgemeiner Art. Mit dem Schlagwort „Orchidee“ sucht er beispielsweise nach Pflegehinweisen, der botanischen Einordnung, wissenschaftlichen Artikeln usw.

Interessant für die Keywordrecherche?
Unter Umständen.

C) Recherchekeyword

Eine Recherche, die wahrscheinlich einer Kaufabsicht vorausgeht, ist für diesen Keyword-Typ charakteristisch. Die Suchworte „Test Lenovo Laptop“ weisen daraufhin, dass der Nutzer wissen will, wie gut die Laptops der Marke Lenovo sind; wahrscheinlich, weil er sich einen dieser Laptops zulegen will.

Interessant für die Keywordrecherche?
Auf jeden Fall.

D) Transaktionskeyword

Diese Keywords weisen auf eine direkte Transaktionsabsicht hin. Kurz: Der Nutzer will Geld ausgeben! Im einfachsten Fall wird hier direkt ein Produkt oder eine Dienstleistung gesucht. Transaktionskeywords sind für Online- und Offline-Geschäfte (Friseur, Klempner, Supermarkt usw.) gleichermaßen wichtig.

Interessant für die Keywordrecherche?
Ohne Zweifel.

2. Die drei Keyword-Formen

Hier werden Short-, Mid- und Longtail-Keywords unterschieden.

Short-Keywords umfassen nur ein einziges Wort. Sie haben ein sehr hohes Suchvolumen und sind entsprechend stark umkämpft. Wer hier punkten will, muss sehr viel Arbeit in ein gutes Ranking stecken.

Typische Shorties sind: Smartphone, Kameratest, Singlebörse

Midtail-Keywords bestehen aus zwei oder drei Worten. Sie haben ebenfalls ein hohes Suchvolumen, sind aber leichter zu spezifizieren. So ist die Konkurrenz nicht ganz so groß.

Typische Midtails sind: Smartphone kaufen, Kameratest Canon, Singlebörse kostenlos

Longtail-Keywords bestehen aus mehr als drei Worten. Sie werden weniger häufig gesucht, sind sehr speziell und die Konkurrenz ist hier schwach. Auf bestimmte Phrasen optimierte Texte können relativ schnell ein gutes Ranking erreichen.

Typische Longtails sind: beste Canon Spiegelreflex im Test, Smartphone auf Raten kaufen

3. Wie viele Suchbegriffe gibt der Durchschnittsnutzer ein?

Keywordrecherche Google-Diagramm

(Quelle: Google)

Mit 34 Prozent sind hier zwei Wörter die klare Nummer Eins. Gefolgt von den dreiteiligen Keywords mit 26 Prozent und den Ein-Wort-Suchbegriffen mit 19 Prozent.
Nun müssen nicht alle Texte zwangsläufig auf zwei Keywords optimiert werden. Mehrteilige Schlagworte (Longtail-Keywords) können bei kluger Wahl schon die anderen Suchworte enthalten.

Beispiel: Das Drei-Wort-Keyword „preiswerter Friseur Musterhausen“ enthält die Ein-Wort-Keywords „Musterhausen“ und „Friseur“ sowie die wichtigeren Zwei-Wort-Keywords „Friseur Musterhausen“ und „preiswerter Friseur“.

4. Die richtigen Keywords finden

A) Brainstorming

Sammeln Sie alle Begriffe, die Sie für relevant halten. Setzen Sie sich erst mal keine Schranken, schreiben Sie munter drauf los. Notieren Sie auch Wortkombinationen.

B) Normalsprache nutzen

In vielen Fällen sind Nutzer keine Experten. Sie werden falsche Fachbegriffe („Schraubenzieher“ statt „Schraubendreher“), Phrasen („Berater für Hauskauf“ statt „Bausachverständiger“) oder gängige Synonyme („Privatkredit“ statt „Konsumentenkredit“) verwenden. Nutzen Sie also die Sprache Ihrer Nutzer für die richtigen Suchbegriffe.

Sie sind sich nicht sicher, wie Ihre Nutzer suchen?
Fragen Sie sie direkt oder per Umfrage auf Ihrer Webseite, bei Facebook und anderen sozialen Medien.

C) Konkurrenz checken

Schauen Sie ruhig auf die Seiten Ihrer Konkurrenten. Welche Worte und Wortkombinationen fallen Ihnen auf? Sie können sicher noch das ein oder andere Keyword ausfindig machen.

D) Tools

Mithilfe von Tools zur Keywordrecherche können Sie überprüfen, wie vielversprechend gefundene Schlagworte und Phrasen sind. Die Tools zeigen an, wie häufig die Keywords gesucht werden, wie hoch die Konkurrenz ist und sie können sogar neue, verwandte und zusammengesetzte Suchbegriffe vorschlagen. So lassen sich sehr einfach weitere Keywords finden.

5. Die wichtigsten Keywordrecherche-Tools

Google: Keyword-Planer

Das wohl wichtigste Werkzeug der Keywordrecherche ist der Keyword-Planer von Google. Das kostenlose Tool erlaubt es Ihnen, sehr einfach neue Ideen/Alternativen für Suchworte zu finden und prognostiziert sogar den Traffic der einzelnen Suchbegriffe. Auch kann das Tool Keywords kombinieren. Dazu geben Sie beispielsweise eine Liste mit Ihren unterschiedlichen Ladengeschäften und eine Liste mit den Standorten der Geschäfte ein. Der Keyword-Planer kombiniert diese Listen automatisch und zeigt den zu erwartenden Traffic an. Da Sie die Keyword-Listen als CSV in das Tool importieren können, ist Nutzung des Planers auch bei umfangreicher Recherche sehr einfach.

Hinweis: Der Google Keyword-Planer funktioniert nur mit einem kostenlosen AdWords-Konto. Seit seinem Update im Herbst 2016 gibt er für Kunden ohne Werbebudget keine exakten Prognosen mehr aus. Wenn Sie trotzdem an die exakten Daten wollen, dann finden Sie auf dem Blog von onpage.org die richtige Anleitung.

Keywordfinder

Der Keywordfinder ist ein Recherche-Tool, das schon in der kostenfreien Version sehr brauchbare Ergebnisse bereithält. Eine Suche nach einem Schlagwort liefert sofort dessen Suchvolumen sowie verwandte Keywords und deren Suchvolumen. Auch der Trendverlauf der einzelnen Schlagworte wird angezeigt. Sehr schön ist das Kreisdiagramm „SEO difficulty“. Es zeigt Ihnen, wie einfach oder schwierig es ist, mit diesem Suchbegriff gut zu ranken.

übersuggest

Mit übersuggest finden Sie mit einem einfachen Klick passende Longtail-Keywords zum Suchbegriff. Sie können auch Begriffs-Kombinationen eingeben und bekommen dazu weitere Empfehlungen.

Keywordrecherche übersuggest

(Bild: übersuggest)

Google-Suche

Sie können auch direkt über die Google-Suche verwandte Suchbegriffe finden. Diese stehen immer am Ende der Ergebnisliste. Hier haben wir einfach den Begriff „Autoreifen“ gesucht.

Keywordrecherche Googlesuche

(Bild: Google)

wikimindmap

Das Tool wikimindmap kann ebenfalls für die Recherche nach neuen Keywords genutzt werden. Es zeigt, welche Themen zu welchem Schlagwort bei Wikipedia aufgeführt werden. So lassen sich spezifischere Keywords und neue Ideen für Inhalte finden.

Keywordrecherche Wikimindmap

(Quelle: wikimindmap)

Foren und Wörterbücher

Sie können auch gezielt Foren nach Keywords durchsuchen. Zu welchem Thema wollen die Mitglieder Informationen haben? Was sind die passenden Schlagworte? Der Duden und Synonymwörterbücher liefern ebenfalls Alternativen zu bekannten Keywords.

6. Relevante Keywords herausfinden

Nachdem Sie Ihre Keywordliste zusammengetragen haben, geben Sie diese erneut im Keyword-Planer oder beim Keywordfinder ein, um deren Relevanz zu ermitteln. Aber welche Keywords sind überhaupt relevant? Ganz einfach: Keywords mit hohem Suchvolumen und geringer Konkurrenz, die eine hohe Conversion-Rate bringen.

Was ist nochmal eine Conversion-Rate?

Die Conversion-Rate zeigt an, wie viele Besucher einer Website zu Kunden werden.

Beispiel:
Nutzer, die das Keyword „Autoreifen“ suchen, haben nicht unbedingt eine Kaufabsicht. Die Conversion-Rate dieses Keywords ist für einen Reifenhändler sehr gering. Suchen die Nutzer aber mit den Schlagworten „preiswerte Autoreifen kaufen“, dann ist die Kaufabsicht klar. Kommen sie über das genannte Midtail-Keyword auf die Händlerseite, werden sie sehr wahrscheinlich auch kaufen. Die Conversion-Rate dieses Keywords ist hoch.

Höhe des Suchvolumens und Stärke der Konkurrenz zeigt Ihnen der Keyword-Planer an. Die Conversion-Rate ist durch die Zusammensetzung des Keywords gegeben.

7. Keywords testen

Ihre gefundenen Keywords können Sie auf ihre Verwendbarkeit testen, indem Sie diese einfach in Google eingeben.
Sehr gut verwendbare Keywords haben in den Top Ten Ergebnissen:

  • maximal drei Social-Media-Seiten (Facebook, Twitter usw.) in der Trefferliste
  • nur zwei bis drei Treffer mit Forenseiten
  • max. zwei sehr starke Seiten wie Amazon, Wikipedia u. ä. in der Trefferliste
  • höchstens zwei bis drei Seiten in der Trefferliste, auf denen die Keywords in schlechten oder sehr kurzen Texten integriert wurde
  • weniger als 100.000 Treffer bei der Sucheingabe in Anführungszeichen z. B. „Autoreifen billig kaufen“

8. Den richtigen Keywordtyp für Ihre Seite wählen

Je nach geforderter Textart und Ziel Ihrer Website sollten Sie den Keyword-Typ wählen.

Transaktionskeywords erhöhen Ihre Conversion-Rate, wenn Sie Dinge verkaufen oder Dienstleistungen anbieten.

Werden verwendet in:
Produkttexten, Beschreibungen von Dienstleistungen

Recherchekeywords erhöhen die Conversion-Rate, wenn Sie Inhalte anbieten, die zur Vermittlung der Nutzer an Dienstleister und Shops führen.

Werden verwendet in:
Testberichten, Vergleichen und Ratgebern

Informationskeywords sind für Informationsseiten wichtig, die vom Anzeigengeschäft leben, oder für Firmen, die sich als Spezialist etablieren wollen.

Werden verwendet in:
Lexika, Blogs, Ratgebern

9. Nicht übertreiben!

Auch wenn es viele Möglichkeiten zur Keywordrecherche gibt, müssen Sie es nicht übertreiben. Aufwand und Nutzen sollten sich immer im Rahmen halten. Gut recherchierte Keywords sind nämlich nur ein Teil einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung. Außerdem führt ein Zuviel an verwendeten Keywords dazu, dass Google die Seite als Spam ansehen könnte und herunterstuft. Gehen Sie deshalb immer vom Nutzer aus. Was will er von Ihnen, wenn er nach diesem oder jenem Keyword sucht? Wie können Sie sein Anliegen so gut es geht erfüllen? Wenn Sie den Besucher mit Ihrer Webseite zufriedenstellen, dann wird Google es mit einem guten Ranking honorieren.

Dieser Artikel wurde am 16.December 2016 von Thomas geschrieben.

von: Thomas K.

Thomas K., Clickworker