AMP: So kommen Kunden schneller auf Ihre Landingpage

12.10.2017

AMP

Ein tolles Produkt über Google gefunden? Auf das Suchergebnis geklickt, aber die Landingpage baut sich ewig nicht auf? Das kostet den User Nerven und den Shopbetreiber Kunden. Mit einer AMP-Landingpage kann das vermieden werden. Wie das geht und was dieses AMP eigentlich ist, verraten wir Ihnen jetzt. Außerdem geben wir einen Ausblick, wie es mit Google und AMP zukünftig weitergehen könnte.

 

Teil 1: Alles, was Sie schon immer über AMP wissen wollten

Wenn Sie schon alles über AMP wissen, dann können Sie hier direkt zum zweiten Teil unseres Artikels springen.

Was bedeutet AMP?

Die drei Buchstaben AMP stehen für Accelerated Mobile Pages. Das bedeutet so viel wie: beschleunigte Mobilseiten. Es sind also Internetseiten, die auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets innerhalb kürzester Zeit angezeigt werden.

Wer steckt hinter AMP?

Google ist der Initiator des AMP-Projektes. Es handelt sich hierbei um ein Open Source bzw. quelloffenes Projekt. Entwickler können sich also jederzeit an der Weiterentwicklung dieses Standards beteiligen.

Weshalb notwendig?

Wie Google herausfand, verlassen circa zwei Fünftel aller Nutzer eine Internetseite, wenn sie nicht innerhalb von drei Sekunden erscheint. Gerade im mobilen Internet brauchen Seiten oft deutlich länger, um sich aufzubauen. Durch AMP-Seiten will Google eine Verringerung der Ladezeiten erreichen und damit das Nutzungserlebnis verbessern.

Wie viel schneller ist eine AMP-Website?

Aktuelle Messungen zeigen eine bis zu 85 Prozent schnellere Anzeige von AMP-Seiten. Damit ist das mobile Surferlebnis quasi genauso schnell wie an einem potenten Rechner mit Breitbandanschluss.

Gibt es AMP-Seiten auch im Internet via Festnetzanschluss?

Nein. Die Technik ist exklusiv dem mobilen Surferlebnis vorbehalten. Außerdem ist der Browser “Chrome” zur Nutzung erforderlich sowie das Betriebssystem Android. Das kann sich allerdings schnell ändern. Werden beschleunigte Webseiten für Werbekunden noch interessanter, wird Google sicher alles für deren weitere Verbreitung tun.

Wie erkenne ich eine AMP-Seite?

Eine AMP-Seite erkennen Sie an dem kleinen Kreis mit Blitz darin, der unter dem Suchergebnis steht. Außerdem finden sich dort auch die Buchstaben AMP.

AMP

Eine AMP-Seite ist an dem Blitzsymbol plus AMP zu erkennen. (Quelle: Screenshot g.co/ampdemo)

Ist eine AMP-Seite nicht das Gleiche wie eine mobile optimierte Website?

Eine mobile optimierte Internetseite, oder auch responsive Seite, ist an die Darstellung auf kleinen Bildschirmen angepasst. Dazu werden etwa die Texte größer dargestellt, die Bilder und die Navigationsleisten anders angeordnet als auf einer “normalen” Webseite. Des Weiteren lässt sie sich mittels Fingertippen bzw. Wischen bedienen. Auch sollte sie schnell laden. Allerdings wird selbst eine wirklich gut mobile optimierte Internetseite lange nicht so schnell angezeigt wie eine Accelerated Mobile Page.

Wie funktioniert eine AMP?

Zunächst wird für AMP ein stark verkürztes und mit eigenen Befehlen versehendes HTML verwendet. Daneben sind das CSS und die Javascript-Elemente sehr verschlankt. Die eigentliche Webseite hat also eine wesentlich geringere Dateigröße als eine Standardseite.
Außerdem ist der Ladevorgang bei AMP optimiert. Elemente, die zum Beispiel erst durch Scrollen sichtbar werden, lädt das System später. Vorrang haben Dinge, die der User direkt sieht.
Am Wichtigsten ist aber das Content Delivery Network (CDN) von Google. Es dient dazu, eine Kurzfassung (Snippet) der AMP-Seite auf den Ergebnisseiten von Google anzuzeigen. Da in diesem Netzwerk schon alle wichtigen Informationen der AMP-Seite zwischenlagern, lassen sie sich bei Bedarf direkt von dort abrufen. Das spart extrem viel Ladezeit.

Gibt es Einschränkungen bei AMP?

Ja, die gibt es. Besonders Programmierer bzw. Entwickler von Webseiten bekommen das zu spüren. Hier eine kleine Liste an AMP-Einschränkungen.

  1. Viele gängige HTML-Elemente können nicht verwendet werden. Sie müssen durch AMP-eigene Elemente ersetzt werden.
  2. Programmierer dürfen kein selbst entwickeltes JavaScript verwenden. Nur die AMP-Skripte sind erlaubt.
  3. Lediglich eine einzige zentrale CSS-Formatvorlage ist gestattet. Die muss im Head-Element des HTML-Dokuments liegen. Externe CSS-Formatvorlagen sind verboten, außer es handelt sich um benutzerdefinierte Schriftarten.
  4. WICHTIG! Es dürfen nur Werbebanner von für AMP ausdrücklich freigegebenen Vermarktern eingebunden werden. Selbst die Bannerformate stehen fest und können nicht geändert werden.

Ist AMP ein Rankingfaktor?

Bisher ist AMP kein Faktor, der ins Ranking einer Internetseite einfließt. Dass es sich indirekt auswirkt, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Gerade Internetseiten, die bevorzugt mobil angesurft werden, könnten betroffen sein. So dürften die Nutzer die AMP-Variante schneller bzw. öfter anwählen. Eine gleich gute AMP-freie Seite könnte weniger Klicks bekommen und damit für Google als weniger relevant erscheinen.
Setzt sich AMP durch, wird es sicher ins Ranking der Suchmaschine einfließen.

Ist AMP nicht so etwas wie Facebook-Instant-Articles?

AMP und Facebook-Instant-Articles haben die gleiche Intention: Sie wollen die Nutzer sehr schnell zum Ziel bringen. Doch während bei Facebook die Artikel im eigenen Netzwerk vorliegen, hosten die AMP-Anbieter ihre Inhalte selbst.

Außerdem sind AMP-Seiten in der Google-Suche integriert, sie werden ganz klassisch über die Suchmaschine gelistet. Facebook-Instant-Articles existieren nur im sozialen Netzwerk und werden auch nur dort gefunden.

 

Teil 2: So nutzen Sie AMP für Ihre Landingpage

Problem: mobile Ladezeit

Besucht ein Interessent eine Landingpage, soll im besten Fall ein Kunde aus ihm werden. Jedoch sinkt die Chance darauf mit jeder Sekunde, die der Nutzer auf das Laden der Seite wartet um 20 Prozent. Das hat Google ermittelt. Wer eine Conversion will, muss also für eine schnelle Anzeige seiner mobilen Landingpage sorgen.

Lösung: AMP

AMP heißt hier das Zauberwort, zumindest für Chrome- und Androidnutzer. Es ermöglicht das Anzeigen der Seite innerhalb weniger Millisekunden, da der Code extrem schlank ist und die erforderlichen Daten direkt im Google-Netzwerk zwischengespeichert werden.

AMP unterstützt AdWords

Seit einiger Zeit erlaubt es Google nun auch AdWords-Kunden, ihre Anzeigen mit AMP-Seiten zu verlinken.
Momentan können nur Text-Anzeigen mit AMP-Seiten verknüpft werden. Das wird sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in der nächsten Zeit ändern.
Das Beispielvideo zeigt, wie schnell eine AMP-Landingpage gegenüber einer normalen mobilen Internetseite geladen wird.

Eigene AMP-Landingpage erstellen

Ins CMS integrieren

AMP-Seiten lassen sich mit den gängigen Content Management System (CMS) inzwischen automatisch erstellen. Dazu müssen, wie bei anderen Funktionen auch, nur die passenden Plug-Ins installiert werden.

AMP-Plugins für verbreitete, kostenfreie CMS:

  1. WordPress: AMP
  2. Drupal: Accelerated Mobile Pages
  3. Joomla: Jamp, wbAMP, Accelerated Mobile Pages
  4. TYPO3: Extension for accelerated mobile pages
  5. Contao: amphtml
  6. concrete5: Accelerated Mobile Pages (AMP)

Selbst programmieren

Wenn Sie selbst eine AMP-Landingpage programmieren, lernen Sie die Funktionalität des Codes von Grund auf kennen und können Ihre Internetseite im Rahmen der AMP-Vorgaben vollständig selbst bestimmen.
Auf der Website des AMP-Projektes finden Sie ein vollständiges Tutorial mit dem Titel: Ihre erste AMP-Seite.

Online

Sollten Sie bereits eine Landingpage haben und diese einfach nur als AMP ausgeben wollen, dann können Sie auch Online-Services nutzen.
Beispielsweise lässt sich auf amp-cloud eine beliebige Internetseite in das Google-Format umwandeln. Sie müssen lediglich die URL der Landingpage eingeben und den Button „AMP Seite erstellen“ klicken. Schon wird die AMP-Version der Webseite generiert. Außerdem benötigen Sie noch einen HTML-Code, den Sie in Ihre Original-Internetseite einfügen. Den erhalten Sie, wenn Sie den Button „AMPHTML-Tag erstellen“ anklicken.

So kommt Ihre AMP-Landingpage ins AdWords

Generell werden AMP-Landingpages genauso in den Suchindex von Google aufgenommen wie jede andere Internetseite. Sie erscheinen also in den unbezahlten/organischen Suchergebnissen.
Wenn Sie Besucher jedoch per AdWords-Anzeige auf Ihre AMP-Landingpage leiten wollen, dann müssen Sie auch explizit die AMP-Seiten-URL in der Anzeige eingeben.
Wollen Sie wissen, wie Ihre AMP-Seite aussehen wird, dann nutzen Sie einfach den Vorschau-Link im Structured Data Testing Tool.

Falls Ihre AMP-Landingpage nicht in den organischen Suchergebnissen erscheinen soll, dann fügen Sie folgende Anweisung in den Header ein: <meta name=”robots” content=”noindex”/> Hierbei handelt es sich um die gleiche Anweisung wie bei jeder anderen Internetseite, die nicht indiziert werden soll.

Wenn Sie weitere Informationen zu diesem Thema suchen, dann werden Sie direkt bei Google fündig: Using AMP for your AdWords Landing Pages
Hier wird auch ausführlich das Nutzertracking bzw. die Analyse von Bewegungsdaten auf AMP-Seiten erläutert.

 

Teil 3: AMP – Gegenwart und Zukunft

Aktuell haben bei AMP-Seiten Nachrichten aller Art die Nase vorn. Doch das ändert sich. So will eBay demnächst auf AMP-Kompatibilität setzen, um seinen Kunden schnelle mobile Zugriffe zu erlauben. Außerdem erklärte Google, dass immer mehr Seiten für Entertainment, Reisen oder Kochrezepte ebenfalls AMP nutzen. Der AMP-Seiten-Index wächst nach Unternehmensangaben jede Woche um vier Millionen Einträge.

In der nahen Zukunft sehen Experten folgendes Szenario: News und Ähnliches werden direkt auf Google angezeigt. Der Nutzer wird die Suchergebnisse gar nicht verlassen müssen. Auch Einkäufe sollen dann direkt auf der Seite der Suchmaschine ausgeführt werden. Die einzelnen Internetseiten liefern quasi die Inhalte und Produkte, die Google darstellt und verkauft.

Ob das nur Zukunftsvisionen sind oder Realität wird, zeigt die Entwicklung der nächsten Jahre. Auf jeden Fall ist eine AMP-Landingpage heute schon ein wirksames Mittel, um die Conversion zu erhöhen.

 

Dieser Artikel wurde am 12.October 2017 von Thomas geschrieben.

von: Thomas K.

Thomas K., Clickworker