Textkorrekturen schnell und effektiv durchführen

08.11.2017

Textkorrekturen

Auf Fehler in Texten reagieren die meisten Menschen sehr negativ. Es wird vom fehlerhaften Text auf das Unternehmen, die Qualität seiner Dienstleistungen und Produkte geschlossen. Man sollte also alles dran setzen, Fehler zu vermeiden. Wir wollen Ihnen deshalb praktische Tipps gegen „Fehlerblindheit“ geben. Auch nennen wir Ihnen in diesem Post typische Falschschreibungen, geben Kommatipps und stellen nützliche Rechtschreibhelfer vor.

Inhalt:

 

Teil 1: Flüchtigkeits- und Tippfehler erkennen

Warum wir blind sind, obwohl es so offensichtlich ist

Beispiel:
In unserer Küche verwenden ausschlielßich regionalen Zutaten.

Drei Fehler haben sich in diesen Satz eingeschlichen:

  1. ausschlielßlich
  2. ein vergessenes „wir“ nach „verwenden“
  3. ein überflüssiges „n“ am Ende von „regionale“

Allerdings sah der Urheber selbst beim Korrekturlesen die Fehler nicht. Dabei haben wir es hier weder mit einem besonders komplexen Satz noch mit komplizierten Worten zu tun. Doch gerade solche simplen Fehler finden wir in extrem vielen Internettexten, obwohl der Verfasser sie korrekturgelesen hat. Wie kommt es dazu?

Wir lesen nicht Buchstabe für Buchstabe

Wir Menschen lesen nur als Leseanfänger ein Wort Buchstabe für Buchstabe, später erfasst unser Hirn das Wort als Ganzes. Beispiel gefällig?

Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg Wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid.

Selbst wenn die Vokale fehlen, können wir in der Regel die Worte lesen:

Dr Mnn lft shr schnll wg.

Unser Hirn geht also ziemlich schludrig mit dem geschriebenen Wort um. Wo nun welcher Buchstabe genau steht, ist ihm meist egal. Deshalb ist es gerade für Buchstabendreher wie bei „ausschlielßich“ blind.

Sätze im Hirn korrekt abgespeichert

Das nicht vorhandene „wir“ wird der Verfasser dieses Satzes beim Korrekturlesen sehr wahrscheinlich trotzdem lesen und das überflüssige „n“ überlesen. Als er den Satz nämlich schrieb, hat ihn sein Hirn völlig richtig gebildet und dieses richtige Bild abgespeichert. Beim Korrekturlesen wird der Autor das korrekte Bild des Satzes aus seiner Erinnerung abrufen. Schon sieht der Verfasser die Fehler nicht, denn er liest nicht den realen Text, sondern seine Erinnerung.

Das können Sie gegen Fehlerblindheit machen

Unser Hirn tut viel dafür, die Fehler in selbst verfassten Texten am Leben zu erhalten. Wie können wir sie trotzdem ausfindig machen?

1. Anderes Hirn nutzen

Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann nutzen Sie ein anderes Gehirn zum Korrekturlesen. Dazu brauchen Sie in der Regel keinen professionellen Lektoren. Wenn einfach jemand aus Ihrem Team den Text gegenliest, wird er gerade diese typischen Flüchtigkeits- und Tippfehler mit ziemlicher Sicherheit bemerken. Sein Hirn hat ja nicht Ihr Textbild abgespeichert.

Wo es diese Möglichkeit nicht gibt, müssen Sie versuchen Ihr Hirn vom Textbild zu befreien, um unbefangen korrekturlesen zu können.

2. Zeit verstreichen lassen

Meist ist es nicht gut, Dinge zu vergessen. Aber es gibt auch Fälle, wo das Vergessen hilfreich ist. Wenn Sie nämlich das korrekte Textbild aus Ihrem Hirn verbannen, können Sie Ihren eigenen Text wie ein Fremder lesen. So fallen Fehler schnell ins Auge.

Da der beste Freund des Vergessens die Zeit ist, legen Sie also Ihren Text einfach zur Seite. Je länger Sie ihn liegen lassen, desto mehr werden Sie auch vergessen haben.

Wie lang der Zeitraum sein sollte, hängt von Ihnen ab. Gerade wenn Sie zum Text einen starken emotionalen Bezug haben, werden Sie ziemlich lange brauchen, ihn zu vergessen. Oft genügt es aber, wenn Sie einmal darüber schlafen.

3. Mit Neuem überdecken

Leider ist meist keine Zeit, den Text über Nacht liegen zu lassen. Hier empfiehlt es sich, ihn zur Seite zu legen und sich mit anderen Themen zu beschäftigen. Vielleicht schreiben Sie sogar etwas ganz anderes. Danach sollte Ihre Hirn-Textkopie verblasst sein und der Text sich mit „neuen“ Augen lesen lassen.

4. Andere Programme oder Formate

Das Gute an unserer Hirn-Textkopie ist, dass sie hat auch das Aussehen des Textes abspeichert. Verändern Sie sein Layout, dann fällt es dem Gehirn schwerer, den Abgleich des real Gelesenen mit Ihren Erinnerungen zu vollziehen. Um das zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Text in eine andere Schriftart formatieren
  2. Text in einem anderen Schreibprogramm öffnen. (Abi Word oder Libre Office gibt es kostenlos.)
  3. Text als PDF exportieren und im Reader oder Browser lesen.

5. Vorlesen

Lesen Sie sich den Text laut vor. Das Hirn erfasst ihn dann auf einem anderen Kanal, die Hirn-Textkopie kann nicht mehr so gut genutzt werden. Außerdem stolpern wir beim lauten Lesen über merkwürdige Formulierungen. Hören sich Sätze einfach komisch an, können Sie diese gleich ändern.

6. Ausdrucken

Der effektivste Weg ist es, sich den Text auszudrucken. Wir erfassen auf Papier nämlich Fehler viel schneller als am Bildschirm. Texte sehen gedruckt nicht nur anders aus als auf dem Monitor, sie haben auch eine eigene Haptik, ja sogar einen Geruch. Sinnesreize, die unser Hirn neu und anders anregen, überlagern die Hirn-Textkopie. Sie können sich natürlich den ausgedruckten Text vorlesen. Das erhöht die Korrekturleistung weiter.

Tipp:
Drucken Sie Ihr Dokument mit Zeilennummern aus. Die lassen sich in Word auf der Registerkarte „Seitenlayout“ einstellen. Wenn Sie den Fehler im gedruckten Text angestrichen haben, finden Sie so auf dem Monitor schnell die zu korrigierende Stelle.

 

Teil 2: Typische Rechtschreib- und Kommafehler

Nicht intuitive Worte

Beispiel:
Er ist eine Koriphäe mit Karisma, hat einen Faibel für Satteliten und besitzt eine kollossale Symphatie für Lybien und Gelantine.

Ein Satz, 20 Wörter und acht Falschschreibungen. Haben Sie alle erkannt?

FALSCHRICHTIG
KoriphäeKoryphäe
KarismaCharisma
aibelFaible
SattelitenSatelliten
kollossalekolossale
SymphatieSympathie
LybienLibyen
GelantineGelatine

 

Wenn Sie alle Fehler gesehen haben, dann können Sie gleich zu Teil drei des Artikels springen oder sich den Kommafehlern zuwenden. Wenn nicht, dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Diese und viele andere Wörter werden nämlich extrem häufig falsch geschrieben. Warum? Ihre Schreibung widerspricht in vielen Fällen ihrem Klang, also wie wir sie aussprechen.

Ich höre doch beim Sprechen von „Gelatine“ ganz deutlich ein „n“ nach dem „a“.
Bei „Satelliten“ müssen doch zwei „t“ sein, denn das „a“ wird kurz gesprochen.

Sie haben recht. Doch leider gibt es im Deutschen (und jeder anderen Sprache) viele Worte, die nicht der Intuition folgen wollen. Bei diesen Worten müssen Sie einfach wissen, wie sie geschrieben werden bzw. auf ein gutes Rechtschreib-Tool vertrauen.

Zwei Webseiten, um typische Falschschreibungen zu finden

1. Das Korrekturbüro Ruhr hat sich die Mühe gemacht, die 200 häufigsten Falschschreibungen von Wörtern aufzulisten. Sicherlich wird Ihnen ein Blick in die Tabelle einige Aha-Erlebnisse bescheren.
Fehlerwörter Top 200 – die häufigsten Rechtschreibfehler!

2. Natürlich kümmert sich auch der Duden um Wörter, die wir häufig falsch schreiben. In einer alphabetisch geordneten Liste finden Sie schnell das gesuchte Wort.
Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter

Die Liste basiert auf der Erfahrung der Dudenredaktion, statistischen Analysen des Dudenkorpus und Auswertungen dessen, was Nutzerinnen und Nutzer auf der Duden-Website suchen.

„immernoch“ oder „immer noch“ – Getrennt- und Zusammenschreibung

Ein weiterer häufiger Fehler ist das Zusammen- oder Nichtzusammenschreiben von Worten.

Immer noch wird übrigens immer in zwei Worten geschrieben.

Es gibt eine sehr einfache Regel, die schnell darüber Auskunft gibt, ob zwei Worte verbunden werden wollen. Sprechen Sie die betreffenden Worte laut aus. Werden beide gleich stark betont, dann deutet das auf Getrenntschreibung. Betonen Sie das eine Wort mehr als das andere, dann spricht das für Zusammenschreibung.

Beispiel:
Sie kann sehr schön reden.
Er will seinen Fehler schönreden.

Neben dieser einfachen Regel gibt es natürlich jene, die orthografisch verbindlich sind. Allerdings ist der Duden hier keine große Hilfe, da das amtliche Regelwerk doch recht verklausuliert ist. Auf der Webseite des Orthografietrainers finden Sie hingegen eine sehr gute und wirklich einfach nachvollziehbare Übersicht.
Getrennt- und Zusammenschreibung – Eine Faustregelsammlung

Auch die Internetseite von Udo Klinger besitzt eine tolle Übersicht zum Thema Getrennt- und Zusammenschreibung. Sie zeichnet sich durch kurze Regeln und viele, viele Beispiele aus.
Getrennt- und Zusammenschreibung

Kommt ein Komma?

Kommas sind eine verzwickte Sache. Bei Aufzählungen werden sie in der Regel immer richtig gesetzt. Doch wie sieht es bei Haupt- und Nebensätzen aus? Was war das noch mal mit dem „Infinitiv mit zu“? Und wie ist das mit Konjunktionen?

Wer sich nicht gerade täglich mit Grammatik beschäftigt, dem wird es schon schwerfallen, genau zu sagen, worin sich Haupt- und Nebensatz unterscheiden. Alle Regeln zur Kommasetzung verlangen eine bestimmte Menge an grammatikalischem Wissen. Aus diesem Grund setzen viele Menschen Kommas nach Gefühl. In den meisten Fällen kommt ihnen ein Satz zu lang vor und dann wird irgendwo in der Mitte ein Komma platziert.

Es gibt allerdings ein paar einfache Regeln, die Sie selbst ohne großartige Grammatikkenntnisse anwenden können.

1. Achten Sie auf Verben

Wenn zwei Verben in einem Satz vorkommen, dann ist das immer ein Hinweis auf ein Komma. Bedenken Sie, auch „sein“ und all dessen Formen wie „bin“, „war“, „ist“ oder „sind“ gehören zu den Verben.

Beispiel:
Wer viel Einsatz zeigt, ist willkommen.

Deshalb gehört in den Beispielsatz ein Komma, auch wenn er sehr kurz ist. Die gebeugten Formen der Verben „zeigen“ und „sein“ weisen darauf hin.

Ausnahme
Das Komma fällt weg, wenn es durch „und“, „oder“, „sowie“ und „wie“ ersetzt wird.

Beispiel:
Er zeigt viel Einsatz und ist willkommen.

2. zu + Verb suchen

Der sogenannte „Infinitiv mit zu“ ist ein super Hinweis auf ein Komma.

Beispiel:
Mein Vater ist bei mir, um für mich zu kochen.

Wenn Sie ein Verb zusammen mit einem „zu“ im Satz finden, dann können Sie immer ein Komma setzen. Achtung, oft versteckt sich das „zu“ direkt im Verb, wie etwa bei „herumzuliegen“, „aufzuspringen oder „abzubiegen“.

Es gibt von dieser Regel auch Ausnahmen. Allerdings erlauben diese Ausnahmen, ein Komma zu setzen. Sie sind also beim „Infinitiv mit zu“ nie auf der verkehrten Seite, wenn Sie ein Komma setzen.

3. Aber, sondern, doch usw.

Worte wie:

  • aber
  • sondern
  • doch
  • jedoch
  • obwohl
  • vielmehr

sind Ihre besten Freunde. Tauchen sie als gegenteilige Konjunktion in einem Satz auf, dann heißt es: Komma setzen! Gegenteilige Konjunktion bedeutet, dass hier Satzteile verbunden werden, die inhaltlich sich zumindest teilweise widersprechen.

Beispiele:
Er hat viel Verstand, aber wenig Mitgefühl.
Wir glauben nicht an UFOs, sondern an Gott.

Die Konjunktion kann auch am Anfang des Satzes stehen.

Beispiel:
Obwohl er einen Porsche fährt, steht er genauso lange im Stau wie der Rest Deutschlands.

4. Dass, und zwar, weil & denn

Auch die Worte „dass“, „und zwar“, „weil“ und „denn“ machen Ihnen das Kommaleben einfach. Sie fordern immer ein Komma, sei der Satz auch noch so kurz.

Beispiele:
Er hat gesagt, dass er geht.
Ich denk an Dich, denn ich sehe gerade einen Ochsen.
Mit dem Heinzelmann saugen sie gut, und zwar immer und überall.
Weil ich unglücklich bin, esse ich Nüsse.

5. Einschübe oder Erläuterungen

Wenn in einem Satz eine Sache zusätzlich erläutert wird, dann packen Sie diese Erläuterung in Kommas.

Beispiel:
Unser Unternehmen, eines der größten in Deutschland, ist stolz auf seine lange Geschichte.

Manche Schreiber nutzen für solche Einschübe auch Gedankenstriche.

Tipp:
Lassen Sie solche Einschübe und Erläuterungen sein. Sie müssen dann nicht überlegen, ob ein Komma gesetzt werden muss oder nicht. Auch klingen Ihre Sätze dann eleganter und lassen sich besser lesen.

Beispiel:
Unser Unternehmen ist eines der größten in Deutschland und stolz auf seine lange Geschichte.

6. Weitere Hinweise auf Kommazwang

Nach der wörtlichen Rede wird immer ein Komma gesetzt.

Beispiel:
„Ich habe keine Angst“, sagte Uwe.

Anreden oder Ausrufe werden mit Komma vom Rest getrennt.

Beispiel:
Uwe, du alter Taugenichts!
Sehr geehrte Frau Hanf, ich danke für…

7. Hilfreiche Webseiten

Sie wollen sich intensiver mit den Kommaregeln befassen, aber ohne sich vorher grammatisches Fachwissen aneignen zu müssen? Dann empfehlen wir Ihnen diesen Artikel im sofatutor-Magazin:
Kommaregeln einfach erklärt – so setzt du jedes Komma richtig

Auch Udo Klinger stellt auf seiner Internetpräsenz viele Komma-Regeln mit Beispielen vor:
Kommaregeln

Zu lange Sätze

Eine der ergiebigsten Fehlerquellen im Text sind lange Sätze. Hier werden gern Artikel vergessen, Personalpronomen übersehen oder Kommas nach Gutdünken gesetzt. Außerdem erschweren Sie dem Leser das Erfassen des Inhalts. Inzwischen rankt Google sogar Webseiten mit zu langen Sätzen schlechter als vergleichbare Seiten mit besser verständlichen Texten.

Doch wie verpacken Sie Ihre Inhalte in kurze Sätze?

Dazu zerlegen Sie den Satz zunächst in seine Satzteile. Die Satzteile erkennen Sie an den Kommas und Konjunktionen wie etwa „und“, „oder“ oder „sowie”.

Ausgangssatz:
Sollen uns für Immobilien über die Region Hannover und Hildesheim hinaus Gesuche oder Angebote erreichen, entscheiden wir bei diesen Immobilien im Einzelfall, ob wir das tatsächlich umsetzen können und wollen – unter der Prämisse, auch dort in gebotener Qualität unsere Dienstleistung mit vertretbarem Aufwand zu erbringen.

Satzteile:

  1. sollen uns für Immobilien über die Region Hannover und Hildesheim hinaus Gesuche oder Angebote erreichen
  2. entscheiden wir bei diesen Immobilien im Einzelfall
  3. ob wir das tatsächlich umsetzen können
  4. und wollen
  5. unter der Prämisse
  6. auch dort in gebotener Qualität unsere Dienstleistung mit vertretbarem Aufwand zu erbringen

Informationen herausziehen
Haben Sie erst mal die Satzteile, dann können Sie die eigentlichen Informationen des Satzes einfach herausfinden. Informationen:

  1. Wir kümmern uns um Immobilienangebote und Gesuche in der Region Hannover und Hildesheim.
  2. Wir machen im Einzelfall Ausnahmen davon.
  3. Wir können und wollen Ausnahmen machen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.
  4. Diese Bedingungen sind: 1. Unsere Dienstleistung soll in gebotener Qualität erbracht werden. 2. Sie soll mit vertretbarem Aufwand erbracht werden.

Informationen in Sätze umwandeln
Dabei fassen Sie bitte sich wiederholende Informationen zusammen. Auch ist es oft zweckmäßig, die Informationen neu anzuordnen und umzuformulieren. Neue Sätze:

  1. Im Einzelfall nehmen wir auch Immobiliengesuche und Angebote außerhalb der Region Hannover und Hildesheim an.
    (Information 1 und 2 zusammengefasst)
  2. Dazu prüfen wir, ob sich in diesem Fall unsere Dienstleistungen in gebotener Qualität und mit vertretbarem Aufwand erbringen lassen.
    (Information 3 und 4 zusammengefasst)

Aus einem schwer lesbaren Satz mit 46 Wörtern wurden zwei Sätze mit einmal 16 und einmal 20 Wörtern. Die lassen sich nicht nur schneller lesen, sondern bieten auch weniger Raum für Fehler.

„Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich für einen kurzen keine Zeit habe.“

Dieses Zitat wird Johann Wolfgang von Goethe, Georg Christoph Lichtenberg, Jonathan Swift, Blaise Pascal, Heinrich von Kleist u. a. zugeschrieben. Von wem es stammt, ist im Endeffekt egal. Wichtig ist: Ein kurzer und gut formulierter Text bzw. Satz braucht etwas mehr Zeit. Planen Sie das bei der Korrektur ein.

 

Teil 3: Hilfreiche Korrektur-Tools und allgemeine Tipps

Korrektur-Tools

Wir nennen Ihnen jetzt die drei gängigsten Korrektur-Tools und vergleichen ihre Leistung.

1. Word-Rechtschreibprüfung

Die Word-Rechtschreibprüfung ist fester Bestandteil von Word. Sie basiert vorwiegend auf einem umfangreichen Wörterbuch, was per Abgleich Fehler ausfindig macht. Teilweise kann sie auch grammatische Fehler finden, wie etwa ein vergessenes „s“ beim Genitiv.

2. Language Tool

Language Tool erkennt in seiner deutschen Version mehr als 2000 Fehler.
Language Tool unterstützt Sie in den Bereichen:

  • Grammatik
  • Groß-/Kleinschreibung
  • Zusammen-/Getrenntschreibung
  • Zeichensetzung
  • Mögliche Tippfehler
  • Umgangssprache
  • Falsche Freunde
  • Datumsprüfung

Gerade die „Falschen Freunde“ sind eine Option, die Sie kaum in einem anderen Rechtschreib-Tool finden. Wenn Sie etwa einen englischen Text schreiben und dort folgenden Satz verfassen:

My chef told me I’m not allowed to take vacation days.

Dann fragt Language Tool, ob Sie nicht „Chief“ oder „Boss“ statt „Chef“ meinen. Chef bedeutet nämlich im Englischen lediglich Chefkoch oder Koch.
Das Tool gibt es gratis und es wird ständig weiterentwickelt.

Sie können es als Plugin für folgende Software nutzen:

  1. Firefox
  2. Chrome
  3. Google Documents
  4. LibreOffice

Außerdem steht Language Tool als eigenständiges Desktopprogramm zur Verfügung.

3. Duden Korrektor

Der Duden Korrektor wurde lange Zeit direkt von Duden angeboten. Es gab ihn als Add-in für Word und sogar Open Office.

Mit ihm können Sie folgende Dinge prüfen:

  • Grammatik
  • Groß-/Kleinschreibung
  • Zusammen-/Getrenntschreibung
  • Zeichensetzung
  • Mögliche Tippfehler
  • Stil
  • plus umfangreicher Thesaurus (Synonyme)

Duden stellte den Vertrieb bzw. die Entwicklung ein. Jedoch bringt seit 2016 die Firma EPC den Duden Korrektor wieder heraus. Die Rechtschreib-, Grammatik- und Stilprüfung sowie der Thesaurus auf Basis der Dudenwerke wurden weiterentwickelt.
Jedoch ist die Prüfung nicht mehr, wie in früheren Versionen, direkt in der Rechtschreibprüfung von Word integriert. Sie werden also nicht beim Schreiben schon auf Fehler aufmerksam gemacht, sondern erst in einem eigenen Prüffenster. Das hindert den Arbeitsfluss.

Den Duden Korrektor gibt es aktuell für Microsoft Office sowie Adobe InDesign und InCopy. Die uneingeschränkte Lizenz für Microsoft kostet 79 Euro.

Vergleich der Korrektur-Tools

Drei falsche Sätze wurden den Werkzeugen vorgelegt:

  1. Er ist sich des Umstand nicht bewusst dass zu lange Sätze Fehleranfällig sind gerade wenn sie schnell geschrieben werden.
  2. Wenn Sätze zu lang werden, können sich schnell Fehler einschleichen die oft unbemerkt bleiben.
  3. Es ist für jeden schwer diesen Gong zu gehen.

Word
erkannte einen Fehler:

  • Umstand → Umstandes (Satz 1)

Language Tool
erkannte drei Fehler:

  • Umstand → Umstandes (Satz 1)
  • bewusst dass → bewusst, dass (Satz 1)
  • sind gerade → sind, gerade (Satz 1)

Duden Korrektor
erkannte sechs Fehler:

  • Umstand → Umstandes (Satz 1)
  • bewusst dass → bewusst, dass (Satz 1)
  • sind gerade → sind, gerade (Satz 1)
  • Fehleranfällig → fehleranfällig (Satz 1)
  • einschleichen die → einschleichen, die (Satz 2)
  • schwer diesen → schwer, diesen (Satz 3)

Der einzige Fehler, den der Korrektor nicht erkannte ist:

  • Gong → Gang

Den kann eine Software aber erst ausmachen, wenn sie den Inhalt eines Satzes versteht. Das wird wohl noch eine Weile dauern.

Unser Tipp:

Da der Duden Korrektor nur noch für Word oder Adobe-Produkte gekauft werden kann, ist Papyrus Autor eine Alternative. Es handelt sich um ein Schreibprogramm mit umfangreichen Funktionen. Eine Recherchedatenbank lässt sich genauso einfügen wie Ideenzettel und Ähnliches. Außerdem verfügt es von Haus aus über den Duden Korrektor sowie eine Stilanalyse. Die hilft Ihnen, Sätze zu verknappen und sich einen schlanken, sehr gut lesbaren Schreibstil anzugewöhnen. Die Software kostet 179 Euro.

Allgemeine Tipps

1. Nicht nur auf die Software verlassen

Selbst wenn Sie eine sehr gute Korrektursoftware verwenden, vertrauen Sie ihr nicht blind. Keine Software der Welt wird erkennen können, ob Sie meinen:

Er will widersprechen.
oder
Er will wieder sprechen.

Auch andere Fehler und Falschschreibungen können Rechtschreib-Tools nicht ausmachen, da sie keine inhaltlichen Zusammenhänge erfassen.

2. Lesbar formatieren

Texte sollten Sie immer mit einem Zeilenabstand von 1,5 oder mehr formatieren. Auch sollte die Schriftgröße nicht zu klein sein. Die Schriftart sollte bei der Korrektur ebenfalls sehr gute Lesbarkeit gewährleisten. Danach können Sie ja immer noch formatieren, wie es Ihnen beliebt.

3. Ausgeruht an die Sache gehen

Nach dem Schlafen, einem Spaziergang oder einer erholsamen Pause können Sie sich besser konzentrieren. Sie werden mehr Fehler im Text entdecken, als wenn Sie die Korrektur irgendwie dazwischenschieben.

4. Genug Zeit einplanen

Wenn Sie einen Text verfassen, planen Sie unbedingt die Korrekturzeit mit ein. Die kann gut und gerne die Hälfte der Zeit umfassen, die Sie zum Schreiben aufwenden mussten.

5. Eigene Fehler kennen

Achten Sie darauf, wo Sie gerne Fehler machen. Verwechseln Sie etwa immer „dem“ mit „den“, dann sollten Sie an solchen Stellen besonders aufmerksam sein.

6. Schlagen Sie nach

Im Internet gibt es Tausende von Rechtschreib-Hilfeseiten. Praktisch jedes Orthografieproblem lässt sich damit schnell und einfach lösen.

7. Rückwärts lesen

Schon Schulkinder wissen es: Beim Rückwärtslesen offenbaren sich falsch geschriebene Wörter sehr schnell. Einfach den Satz von hinten nach vorn Wort für Wort lesen.

Unser Lektoren-Pool

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit unserem Post wertvolle Tipps und Hilfestellungen zum Thema Korrektur bieten. Wenn Sie einen Rechtschreibfehler darin finden sollten, dann haben wir ihn natürlich absichtlich platziert, um Ihre Aufmerksamkeit zu testen. Falls uns ein faktischer Fehler unterlaufen sein sollte, teilen Sie uns das bitte mit.

Sollten Sie mal keine Zeit haben, Ihre Texte zu korrigieren, dann können Sie sich gern an uns wenden. Wir haben einen großen Lektoren-Pool, der professionell und schnell Texte korrigiert und in Form bringt.

 

Dieser Artikel wurde am 08.November 2017 von Thomas geschrieben.

von: Thomas K.

Thomas K., Clickworker