Kryptowährung: Zahlungsmittel für Ihr Internet-Business?

27.04.2018

Kryptowährung

Kryptowährungen machen Spaß und geben Gas? Das scheint so, wenn wir uns die Kursentwicklungen der bekanntesten digitalen Währungen ansehen. Doch was ist eigentlich dieses Kryptogeld? Hat es einen echten Wert oder ist es nur Spekulationsobjekt? Sollten Sie Kryptogeld als Zahlungsmittel in Ihrem Internet-Business akzeptieren? Es gibt viele Fragen zum Thema, auf die wir Ihnen in diesem Blogpost die Antworten liefern.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind digitale Währungen, mit denen Dienstleistungen und Waren im Internet sowie im realen Leben erworben werden können. Natürlich funktioniert das nur dort, wo man die Währung akzeptiert.

Kryptowährungen werden nicht von einer Zentralbank herausgegeben, wobei es hier möglicher Weise eine Ausnahme gibt: den Petro. Laut Aussage des Chavistischen Regimes ist der Petro die staatliche Kryptowährung von Venezuela. Er soll durch die Rohöl-Reserven des Landes gedeckt sein. Allerdings ist das mehr als fraglich. Der Petro gilt gemeinhin als Masche der venezolanischen Regierung, schnell an Devisen zu kommen. (Mehr dazu erfahren Sie unter: Wie viel ist Kryptogeld wert?)

Die Basis von Kryptogeld ist ein Peer-to-Peer Zahlungsnetzwerk. Was soviel bedeutet, wie dass die Währung auf vielen Rechnern verteilt ist und jeder sich an diesem Netzwerk beteiligen kann. Und damit nun nicht ein gewiefter Programmierer die Währung fälschen kann, nutzen sie kryptografische Techniken. Die gewährleisten, dass nur Kryptogeld-Eigentümer Transaktionen ausführen können und vor allem, dass niemand die Geldeinheiten kopieren kann.

Die Kryptografie übernimmt bei Kryptogeld die Aufgabe einer Kontrollinstanz, deshalb die Bezeichnung: Kryptowährung.

Aufbewahrt werden Kryptowährungen in einer „Wallet“ genannten Software. Damit ist es möglich, Geld zu senden und zu empfangen. Jede Währung hat ihre eigene Wallet.

Was haben Kryptowährungen mit Blockchain zu schaffen?

Bei der Blockchain handelt es sich um eine Art Logbuch. Darin wird aufgezeichnet, wem der Bitcoin, der Ripple oder was auch immer für eine Währungseinheit gehört. Somit lässt sich Kryptowährung nicht einfach duplizieren, denn in dem Logbuch steht, wer den Taler, Coin oder Token an wen gesendet hat. Taucht der Coin bei jemand anderem auf, ist dessen Kryptogeld wertlos, da er laut Logbuch nicht dessen Besitzer ist.

Da die Blockchain auf einer großen Anzahl von Rechnern verteilt ist, kann sie nicht verfälscht werden. So generiert die Gemeinschaft innerhalb eines solchen Netzwerkes die Sicherheit, dass digitale Währungen nicht dupliziert werden können.

Wie werden Kryptowährungen hergestellt?

Kryptowährungen werden über sehr komplexe und komplizierte mathematische Prozesse „geschürft“ bzw. berechnet. Das wird als „Mining“ bezeichnet. Das Problem ist: Je mehr Einheiten einer Kryptowährung existieren, desto aufwendiger wird der Berechnungsprozess. Damit soll eine Inflation der Währung verhindert werden. So konnten Sie, als die bekannteste Währung Bitcoin herauskam, Bitcoins noch selbst mit Ihrem PC schürfen. Inzwischen gibt es aber so viele Einheiten der Währung, dass das Mining mit dem Privat-PC nicht mehr lohnenswert ist. Ihre Stromkosten wären viel, viel höher als der Erlös. Außerdem hat eine Kryptowährung eine Obergrenze – sie kann also nicht inflationär hergestellt werden.

Ideal zum Schürfen von Kryptowährungen sind Grafikkarten. Davon werden in der Regel mehrere zusammengeschlossen, um möglichst effizient zu minen. Mining verbraucht sehr viel Strom und erzeugt Hitze. Die meisten Mining-Farmen sind deshalb in Island angesiedelt, da es hier kühl ist und der Strom wenig kostet.

Tipp:
Wenn Sie selbst einmal Mining bei einer Kryptowährung betreiben wollen, dann können wir Ihnen diesen Kryptowährung-Schürfen-Artikel aus der PC-Welt ans Herz legen.

Sind Kryptowährungen legal?

Es gibt einige Staaten auf der Welt, in denen Kryptowährungen verboten sind. So ist der Bitcoin in folgenden Ländern illegal:

  • Bangladesch
  • Ecuador
  • Bolivien
  • Kirgisien

Die restlichen Staaten drängen zumindest auf eine Regulierung von Kryptowährungen, da diese sehr häufig als Spekulationsobjekt oder für illegale Geschäfte genutzt werden. So beschloss das EU-Parlament am 19.04.2018 eine neue Richtlinie gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Nach diesem Entwurf sollen die Betreiber von Wechselstuben für virtuelle Währungen die Identität ihrer Nutzer und deren Wallet-Adressen in einer zentralen Datenbank speichern. Damit soll die Anonymität virtueller Währungen sowie deren Missbrauch, etwa zur Terrorismusfinanzierung, unterbunden werden.

Kryptowährungen sind also nicht illegal, stehen aber im Fokus der Beobachtungen vieler Behörden.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Am 23.04.2018 wurden auf der Webseite coinmarketcap.com 1584 Kryptowährungen aufgezählt. Auf Basis ihrer Marktkapitalisierung sind dies die wichtigsten zehn Kryptowährungen (Stand 23.04.2018):

  1. Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von 151.273.257.909 US-Dollar und einem Stückpreis von 8.901,51 US-Dollar
  2. Äther (Marktkapitalisierung: 63.003.803.962 US-Dollar / Stückpreis: 636,45 US-Dollar)
  3. Ripple (Marktkapitalisierung: 34.218.987.356 US-Dollar / Stückpreis: 0,874656 US-Dollar)
  4. Bitcoin Bargeld (Marktkapitalisierung: 23.424.336.884 US-Dollar / Stückpreis: 1.370,72 US-Dollar)
  5. EOS (Marktkapitalisierung: 9.417.773.120 3. US-Dollar / Stückpreis: 11,62 US-Dollar)
  6. Litecoin (Marktkapitalisierung: 8.390.539.504 US-Dollar / Stückpreis: 149,27 US-Dollar)
  7. Cardano (Marktkapitalisierung: 7.444.180.493 US-Dollar / Stückpreis: 0,287120 US-Dollar)
  8. Stellar (Marktkapitalisierung: 6.886.960.876 US-Dollar / Stückpreis: 0,370872 US-Dollar)
  9. JOTA (Marktkapitalisierung: 5.704.568.976 US-Dollar / Stückpreis: 2,05 US-Dollar)
  10. NEO (Marktkapitalisierung: 4.896.749.000 US-Dollar / Stückpreis: $ 75,33 US-Dollar)

Wenn Sie sich für bizarre Kryptowährungen interessieren, wie etwa den „Knoblauchtaler“ oder „Unobtanium“ aus dem Film „Avatar“, dann haben wir hier den richtigen Artikel für Sie verlinkt.

Wie viel ist Kryptogeld wirklich wert?

Das größte Problem digitaler Währungen ist deren Volatilität. Als Beispiel soll der Bitcoin dienen.

Beispiel Bitcoin:

Der Bitcoin ist für seine extremen Kursschwankungen bekannt. So war ein Bitcoin im Jahr 2011 noch für unter 10 Dollar zu bekommen. Im April 2013 lag der Kurs bei 266 Dollar pro Bitcoin, fiel jedoch im Oktober des gleichen Jahres auf 60 Dollar. Doch schon im November 2013 schoss er auf 1.100 Dollar pro Bitcoin. Danach ging es im Februar 2014 wieder runter, und zwar auf 340 Dollar. Im Februar 2017 kam es dann zur rasanten Entwicklung der Währung in neue Sphären. Sie durchschoss in diesem Monat die 1.000 US-Dollar-Marke bis zu ihrem Höhepunkt im Dezember 2017, als ein Bitcoin zeitweise über 16.000 US-Dollar wert war.

Gegen den aktuellen Kurs von 8.000 US-Dollar (Stand April 2018) sprechen sich die zwei Ökonomen Savvas Savouri (Partner bei einem Londoner Hedgefonds) und Richard Jackman (emeritierter Professor an der London School of Economics) aus. Sie ermittelten einen Bitcoinwert von 20 US-Dollar.

Die Experten von Allianz Global Investors untersuchten ebenfalls den inneren Wert des Bitcoins. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Kryptowährung einen inneren Wert von Null hat. Die Begründung der Experten ist einfach, denn im Unterschied zu Staatsanleihen, Aktien oder Papiergeld bestehen beim Bitcoin keine Forderungsmöglichkeiten gegenüber einem Dritten.

Der Bitcoin ist also weniger ein echtes Zahlungsmittel als ein sehr faszinierendes Spekulationsobjekt. Und darauf setzen viele andere Digitalwährungen und deren Erschaffer. Sie programmieren eine Kryptowährung und hoffen, dass auch deren Kurs „durch die Decke geht“.

Um die Frage zu beantworten, wie viel Kryptogeld wirklich wert ist, können wir hier schreiben: Es zählt nur, wie viel an realer Währung für die Kryptowährung ausgegeben wird.

Wie lange dauert eine Zahlung mit Kryptogeld?

Kryptowährungen existieren nur digital und können deshalb sehr schnell transferiert werden. Ein Umweg über Banken und Ähnliches ist nicht notwendig.

Der Transfer an sich geschieht innerhalb weniger Sekunden und ist kostenlos. Etwas länger dauert die Überprüfung sowie Validierung der Zahlung durch das Netzwerk (Blockchain). Dafür können einige Minuten bis mehrere Stunden vergehen.

Um die Überprüfung durch das Netzwerk zu beschleunigen, kann ein finanzieller Anreiz in Form von Gebühren gegeben werden. Diese liegen aber weit unterhalb üblicher Bankgebühren.

Wie sicher ist Kryptogeld?

Das Fälschen oder Hacken von Kryptowährungen ist praktisch unmöglich. Allerdings gibt es unter den fast 1.600 Währungen auch solche, bei denen nicht klar ist, ob sie wirklich den Standards einer Kryptowährung entsprechen. Bei der Wahl einer Kryptowährung sollten Sie sich deshalb immer über deren Hintergrund informieren.

Das Stehlen der Währung ist innerhalb des Währungssystems so gut wie ausgeschlossen. Allerdings kann sie aufgrund von Unachtsamkeit entwendet werden. Wenn etwa Besitzer des Kryptogeldes unsichere Passwörter bzw. Keys verwenden, die es Hackern leicht machen, die Coins zu stehlen.

Was brauche ich, um Kryptogeld als Zahlungsmittel zu akzeptieren?

Betreiben Sie einen Online-Shop und wollen Bitcoins oder andere Kryptowährungen akzeptieren? Das ist ziemlich simpel, denn diverse Dienstleister übernehmen das für Sie: von der Einrichtung bis zur Zahlungsabwicklung. Sie benötigen nicht einmal eine Wallet oder müssen den Bitcoinkurs kennen. Der Dienstleister rechnet den Eurobetrag auf Basis des aktuellen Kurses in Bitcoins um, zeigt diesen den Kunden und der Kunde zahlt das Geld. Sie bekommen dann vom Dienstleister das Geld wiederum in Euro ausgezahlt. Die Gebühren dafür sind extrem gering.

Sie können natürlich selbst eine Wallet einrichten und über Plug-Ins in Ihrem Shop die Möglichkeit zur Zahlung mit einer Kryptowährung wie Bitcoin anbieten. Dann müssen Sie überhaupt keine Gebühren für Transaktionen zahlen.

Sollte Kryptowährung als Zahlungsmittel akzeptiert werden?

Was haben die Spieleplattform Steam und Microsoft gemeinsam? Richtig! Sie akzeptieren Bitcoins als Zahlungsmittel nicht mehr. Der Grund sind die hohen Kursschwankungen der Währung. Eine zuverlässige Kalkulation Ihrer Einnahmen ist mit dem Bitcoin nur schwer möglich.

Andere Kryptowährungen sind da vielleicht zuverlässiger, aber auch sie können einem Hype anheimfallen. Meist wird der umso wahrscheinlicher, je verbreiteter die Währung ist. Doch eine große Verbreitung ist wichtig, damit Sie eine Zahlungsform anbieten, die viele nutzen können. Sie merken, da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Unser Tipp:
Bieten Sie ruhig Kryptowährungen als Zahlungsmittel an. Aktuell werden sie kaum mehr als 1 Prozent Ihres Umsatzes ausmachen. Doch anstatt die Währung in Euro umzutauschen, betrachten Sie diese Einnahmen eher als Geldanlage. So können Sie eventuell viel reales Geld mit der virtuellen Währung verdienen.

Weitere Informationen zum Thema Bitcoin als Zahlungsmittel finden Sie in dem sehr gut gemachten Blog-Beitrag auf Shopgate von Marius Trojca.

 

Dieser Artikel wurde am 27.April 2018 von Thomas geschrieben.

von: Thomas K.

Thomas K., Clickworker