Penguinwatch – Naturforschung in der Crowd

18.06.2018

Der Begriff „Clickworker“ wurde bekanntlich im Jahre 2000 durch ein Crowdsourcing-Projekt der NASA geprägt. Damals ging es darum, auf Bildern der Marsoberfläche Krater zu erkennen und zu klassifizieren. Ein Projekt, das aufgrund der riesigen Datenmengen mit NASA-Mitarbeitern allein niemals zu stemmen gewesen wäre – die Internetnutzer jedoch haben es geschafft und nebenbei wurde so auch der Begriff „Clickworker“ geboren.

Adult penguin and fledgling
(Image by Pixabay.com user MemoryCatcher)

Einen ganz ähnlichen Ansatz hat das „Penguin Lifelines Projekt“ der Universität Oxford. Auch hier geht es darum, Unmengen von Bildern zu durchforsten, Inhalte zu erkennen, zu unterscheiden und zu markieren. Der Unterschied zum NASA-Projekt von vor fast 20 Jahren: Es geht nicht um Marskrater, sondern – wie der Name schon vermuten lässt – um Pinguinkolonien.
Das Projekt versucht, anhand der Veränderungen in Pinguinpopulationen Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Ökosysteme durch Klimawandel, Fischerei und andere menschengemachte Störungen verändern. Je mehr Daten man zur Analyse hat, desto besser sind die gewonnenen Ergebnisse.

Dazu zeichnen an mehr als 100 Stellen im Südpolarmeer und der Antarktis Kameras automatisch Pinguinkolonien auf. Im Verlauf der letzten drei Jahre sind so mehrere Hunderttausend Bilder von erwachsenen Pinguinen, Jungtieren und Eiern gemacht worden. Aus der Anzahl der Tiere, dem Verhältnis zueinander und den Veränderungen sind dann Rückschlüsse auf die Entwicklung des Ökosystems und eventuell erforderliche Maßnahmen möglich. Und genau hier kommt die Internetcommunity ins Spiel, denn ohne ihre Hilfe wäre es unmöglich, diese Wahnsinnsmenge an Bildern zu sichten und zu verarbeiten. Deshalb wurde penguinwatch.org ins Leben gerufen. Hier kann jeder Internetnutzer am Projekt mithelfen und selbst Bilder auswerten.

Wie macht man mit?

Wer möchte, kann direkt loslegen – einfach auf penguinwatch.org gehen und dort direkt auf der Startseite den „Anfangen!!“-Button suchen. Direkt daneben werden übrigens die Anzahl bisher bearbeiteter Bilder und der weltweiten Teilnehmer (fast 50.000) angezeigt.

Penguins
(Image by Pixabay.com user Pixel mixer)

Das Markieren an sich ist einfach. Ihr bekommt ein Bild aufgespielt und müsst zunächst einmal entscheiden, ob darauf überhaupt Pinguine zu sehen sind und ob ihr diese auch markieren könnt. Ab und an könnte euch z.B. auch ein Schneesturm einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn es Tiere gibt, dann wählt ihr einfach die passende Farbe für Erwachsene, Jungtiere bzw. Pinguin-Eier aus und dann legt ihr los: Ins Bild klicken und die Markierung auf die Mitte des entsprechenden Tieres ziehen. Loslassen. Nächster Pinguin. Das wiederholt ihr so lange, bis alle Tiere markiert sind oder ihr 30 Markierungen gesetzt habt. Dann könnt ihr entscheiden, ob ihr das Bild fertig bearbeitet oder jemand anders euer Werk beendet. Seid ihr zufrieden mit euren Markierungen, müsst ihr nur noch speichern. Fertig!

Übrigens: Im Footer der Seite finden sich Links zu vielen weiteren Freiwilligen-Projekten aus verschiedenen Bereichen. Wer also keine Pinguine mag, wird ja vielleicht stattdessen dort fündig.

Dieser Artikel wurde am 18.June 2018 von Daniel Marz geschrieben.

von: Daniel Marz

Daniel Marz betreut unsere Clickworker-Community im Social Web und kümmert sich um die Beantwortung der Support-Anfragen.