Redirects und SEO

07.08.2018

Redirects

Mit einem Redirect wird eine Internetadresse umgeleitet. Die technische Realisierung ist meist recht einfach. Allerdings sollte man einige Details beachten, um bestehende Platzierungen bei Google und Co. zu halten und keine Besucher zu verlieren. Denn Redirects sind auch für die Suchmaschinenoptimierung relevant.

Was sind Redirects?

Redirects sind automatische URL-Weiterleitungen. Der User ruft mit seinem Browser eine bestimmte Internetadresse auf, er landet aufgrund eines Redirects aber bei einer anderen URL.

Für Weiterleitungen gibt es verschiedene Gründe:

  • Die Seite ist auf eine andere Domain umgezogen.
  • Wartungsarbeiten an einer Website erfordern eine vorübergehende Weiterleitung.
  • Anfragen von Smartphones, iPhones oder Tablets werden auf spezielle Seiten für Mobilgeräte umgeleitet.
  • Eine Seite wird über unterschiedliche Domains aufgerufen (zum Beispiel Varianten mit und ohne Bindestrich).
  • Die Ordnerstruktur von Seiten hat sich geändert.

Weitere Gründe für Redirects sind eher technischer Natur. Das betrifft zum Beispiel die Subdomain WWW. Der WWW-Zusatz vor der eigentlichen Domain wird immer seltener gebraucht, es gibt aber viele Nutzer, die vor jede Adresse ihr gewohntes „www.” setzen. Um Duplicate Content oder Schwierigkeiten beim Auseinanderhalten von URL-Angaben zu vermeiden, sind Weiterleitungen von WWW-Adressen auf URLs ohne diesen Zusatz hilfreich. Gleiches gilt für die Umleitung von HTTP- auf HTTPS-Seiten.

Unterschiedliche Redirects

Eine grundlegende technische Unterscheidung bei Weiterleitungen ist auch unter SEO-Gesichtspunkten wichtig. Im Wesentlichen unterscheidet man bei Redirects zwei Arten:

  • HTTP-Redirects arbeiten mit den Statuscodes der 300er-Klasse. Bevor an den User (Client) eine bestimmte Seite überhaupt ausgeliefert wird, wird er sofort umgeleitet.
  • Clientseitige Redirects dagegen werden zum Beispiel mit PHP oder JavaScript ausgeführt. Die angeforderte Seite wird zunächst aufgerufen. Auf dieser befindet sich ein Weiterleitungs-Code. Erst nach dem Auslesen dieses Codes erfolgt eine Weiterleitung.

Serverseitige, auf Dauer angelegte Redirects geben den Status-Code 301 zurück: „Moved permanently.” Auch die Google Robots registrieren diese Mitteilung. Der User selbst bekommt von dieser technischen Umleitung nichts mit – es sei denn, er sieht sich die Adresszeile seines Browsers genauer an. Ohne einen 301-Redirect erhält der Client die unangenehme Fehlermeldung 404: „Diese Seite existiert nicht.” Dies passiert natürlich nur, wenn die Seite selbst bereits umgezogen ist. Ansonsten sieht der User den veralteten Content.

Der Vorteil der HTTP-Weiterleitung: Dieser Redirect hat keine Auswirkungen auf das Ranking. Die neue Seite erbt den sogenannten Link Juice (den Einfluss bestehender Backlinks) ohne Verluste von der alten Seite.

Der Statuscode 302 dagegen empfiehlt sich für vorübergehende Weiterleitungen: “Moved temporarily.” Der Google Robot erhält damit den Hinweis, die vorhandenen Daten nicht aus seinem Bestand zu nehmen. Es soll alles beim Alten bleiben, denn die Weiterleitung ist nur kurzzeitig. Diese vorübergehende Weiterleitung hat auf das Google-Ranking ebenfalls keine Auswirkungen – es sei denn, die Weiterleitung stellt sich mit der Zeit als permanent heraus.

Client- oder serverseitig umleiten?

In der Vergangenheit wurde vor clientseitigen Umleitungen immer wieder gewarnt, um Besucher-Einbußen zu vermeiden. Das gilt besonders für Redirects mit JavaScript. Google arbeitet jedoch bereits seit vielen Jahren daran, diese clientseitige Skriptsprache besser zu verarbeiten. Nicht zuletzt durch die wachsende Bedeutung von JavaScript aufgrund des Vormarsches des mobilen Internets haben sich hier deutliche Fortschritte ergeben. Inzwischen ist deshalb auch von JavaScript-Weiterleitungen nicht mehr uneingeschränkt abzuraten. Teilweise funktionieren diese Redirects auch ohne Ranking-Verluste.

Auch Google selbst erklärt in einer Guideline, dass JavaScript-Weiterleitungen inzwischen weitgehend wie serverseitige Redirects behandelt werden. Doch auch hier wird empfohlen, diese Variante nur auf Ausnahmefälle zu beschränken, wenn zum Beispiel kein Zugang zum Webserver besteht. Ein weiterer Grund: Nicht alle Suchmaschinen sind bereits so weit wie Google. So lange sich dies nicht ändert, sollte man auf Nummer sicher setzen – und diese Sicherheit bietet immer noch die Nummer 301.

Redirect auf mobile Seiten oder Responsive Design?

In den Zeiten des mobilen Internets stellt sich für jeden Webseitenbetreiber die grundsätzliche Frage, ob er für mobile Geräte eine eigenständige Seite anbietet oder vollständig auf Responsive Design umstellt. Google bevorzugt offiziell die zweite Alternative. Eine im Responsive Design erstellte Website benötigt keine Weiterleitung, weil sie flexibel auf die Endgeräte reagiert. Ein einheitlicher Internetauftritt für Desktop, Smartphone und Tablet minimiert zudem das Risiko von Duplicate Content – denn es gibt für die Google Robots stets nur eine Quelle für die Content-Analyse.

Wer von Anfang an auf Responsive Design setzt, vermeidet zusätzliche Arbeit, die für zwei Versionen stets erforderlich ist. Ein weiterer Nachteil des mobilen Redirects liegt darin, dass die automatische Erkennung des Endgeräts nicht immer ganz einfach ist.

So funktioniert der gefahrlose Domain-Umzug

Der Domainwechsel oder die Neu-Adressierung einzelner Seiten ist ohne SEO-Einbußen möglich, wenn man folgende zwei Schritte beherzigt:

  1. Auf der Google Search Console den Umzug mitteilen.
  2. Auf dem Server einen 301-Redirect anlegen.

Danach gilt es abzuwarten, bis Google die neue Adresse der Website registriert hat. Dies lässt sich durch eine Site-Abfrage bei der größten Suchmaschine leicht feststellen. Ist dies geschehen, kann man bei Bedarf auf clientseitige Umleitungen umsteigen – man muss es aber nicht. Mit der völligen Aufgabe einer alten Domain sollten sich Webseitenbetreiber ein oder zwei Jahre Zeit lassen. Denn viele Besucher kommen über gespeicherte Lesezeichen auf die Seite.

Die Faustregel lautet also: Wer SEO-freundlich umleitet, leitet über den Server um. Die 301-Weiterleitung ist allen Suchmaschinen bekannt und bewirkt keine Abstufungen im Pagerank. Auch wenn Google bei der Interpretation von clientseitigen Redirects inzwischen deutliche Fortschritte gemacht hat, ist dieses Verfahren nach wie vor die sicherste Variante.

 




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