Crowdsourcing ohne Profit-Gedanken: 9 inspirierende Projekte

10.07.2019

Crowdsourcing non profit

Crowdsourcing ist nur etwas für große Unternehmen, um die nächste Produktveröffentlichung zu promoten oder günstig an kreative Ideen zu kommen? Dass es auch anders geht, zeigen diese 9 erfolgreichen Non-Profit-Projekte. Und vielleicht finden Sie dadurch eine Inspiration für Ihr eigenes Crowdsourcing-Projekt, ob nun mit oder ohne Profit.

1. Ereigniskarte und Archiv – Ushahidi

Die Open-Source-Softwareplattform Ushahidi wurde als Reaktion auf die Gewaltberichte nach der Wahl in Kenia 2008 gegründet. Menschen konnten hier beobachtete Übergriffe und Ähnliches per SMS melden. Die Berichte wurden mit einer Online-Karte verknüpft, die zeigte, was wo geschah. Die Plattform wurde auch zur Katastrophenhilfe in Pakistan und zur Kartierung von Verbrechen in Atlanta verwendet.

Heute ist Ushahidi (Suaheli „Zeugnis“) ein soziales Unternehmen, das Software und Dienstleistungen bereitstellt, um den Informationsfluss von unten nach oben zu verbessern – also Crowdsourcing im wahrsten Sinne des Wortes.

Mehr Infos: www.ushahidi.com

2. Bibelübersetzung durch ein Dorf – The Seed Company

The Seed Company gehört zur gemeinnützigen Organisation „Wycliffe Bible Translators USA“, die sich darum kümmert, die Bibel in alle benötigten Sprachen zu übersetzen. Per Crowdsourcing realisierte das Unternehmen die Übersetzung der Bibel in eine seltene asiatische Sprache. Dazu warb sie mehr als 1000 Einwohner eines abgelegenen Dorfes in Asien an. Jeder Teilnehmer an dem Projekt übersetze ein kleines Stück der Bibel in seine Muttersprache. Um das ganze technisch zu realisieren, wurde auf die Crowdsource-Übersetzungsplattform Lingotek zurückgegriffen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann schauen Sie hier: seedcompany.com.

3. Mikrokredite für die dritte Welt – Kiva

Kiva ist ein Crowdsourcing-Projekt, mit dem Sie Menschen in Entwicklungsländern per Mikrokredit unterstützen. Sie bekommen also am Ende Ihr Geld zurück (ohne Zinsen) und haben so ermöglicht, dass sich beispielsweise eine Frau in Ghana eine Nähmaschine kaufen kann, um sich damit selbstständig zu machen.

Bei Kiva können Sie bereits ab 25 US-Dollar als Kreditgeber teilnehmen und zusammen mit anderen Menschen die Lebensbedingungen in der dritten Welt verbessern.

Weitere Informationen auf: www.kiva-germany.de

4. Katastrophenhilfe besser organisiert – Team Österreich

Team Österreich ist ein Crowdsourcing-Projekt, das die Katastrophenhilfe organisiert. Menschen registrieren sich dort per App (iOS und Android) und geben an, welche Leistungen sie erbringen können und welche Fähigkeiten sie haben. So werden sie im Ernstfall als Helfer sinnvoll eingesetzt. Außerdem warnt die App vor Unwettern und Katastrophen.

Mehr über das Crowdsourcing-Projekt hier: www.teamoesterreich.at/toe/

5. Lebensmittelverschwendung bekämpfen – SIRPLUS

SIRPLUS hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Dazu können sich Lebensmittelproduzenten und Supermärkte beim Unternehmen melden. SIRPLUS holt die überschüssigen Lebensmittel ab und verkauft sie im Internet oder an andere Unternehmen. So kann die zu krumme Gurke oder die absolut genießbare Marmelade, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, doch noch genossen werden.

Die Webseite und den Lebensmittel-Shop finden Sie unter diesem Link: sirplus.de

6. Grundeinkommen ohne Bedingungen – Mein Grundeinkommen

Über das bedingungslose Grundeinkommen wird inzwischen sogar in der CDU diskutiert. Eine Plattform macht es schon jetzt möglich. Jeder kann sich hier anmelden und ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro für ein Jahr gewinnen. Dazu sammelt Mein Grundeinkommen per Crowdfunding Geld. Sind 12.000 Euro zusammen, wird das Einkommen verlost.

Außerdem ruft die Seite in diesem Jahr eine Studie ins Leben, die bei 100 Menschen untersucht: „Was passiert, wenn Menschen bedingungslos existentiell abgesichert sind.“ – in Bezug auf die Arbeit, die Gesundheit und die Gemeinschaft.

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier: www.mein-grundeinkommen.de

7. Arbeitsteilung – Tandemploy

Viele Arbeitnehmer wünschen sich, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen, oder ein zeitintensives Hobby als Ausgleich zur Arbeit zu pflegen. Deswegen suchen sie Teilzeitstellen, die aber unternehmensseitig nicht vorgesehen sind.
Unternehmen kämpfen hingegen mit Fachkräftemangel und steigenden Burnout-Raten.

Warum also nicht Jobsharing betreiben und zwei Menschen eine Stelle teilen lassen? Genau das bietet Tandemploy an. Mittels einem vom Unternehmen entwickelten Algorithmus finden hier passende Jobsharer zusammen. Sie suchen dann gemeinsam eine Stelle, oder Unternehmen bieten über die Plattform Stellen an.
Tandemploy ist sozusagen Crowdsourcing für eine neue Arbeitswelt, in der Berufs- und Privatleben miteinander vereinbar werden.

Weiterführende Informationen zur Plattform finden Sie auf: app.tandemploy.com/de/home

8. Arbeit für Flüchtlinge – jobs4refugees

Unternehmen suchen Arbeitskräfte, und Flüchtlinge wollen arbeiten. Beide Seiten bringt jobs4refugees zusammen. Die Organisation führt Bewerbungstrainings mit Flüchtlingen durch, lässt sie kulturelle Hürden umschiffen und arbeitet eng mit Unternehmen zusammen. So stehen beide Seiten nicht allein da, und am Ende gewinnen Betriebe neue Arbeitskräfte, und Geflüchtete können sich hier ein Leben aufbauen.

Alle Infos für Unternehmen und Flüchtlinge finden Sie auf der Webseite: www.jobs4refugees.org

9. Wikipedia

Das Online-Lexikon darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Wikipedia ist immerhin die Crowdsourcing-Erfolgsgeschichte schlechthin. Inzwischen ist die „freie Enzyklopädie“ wichtiger als alle anderen Online-Lexika. Millionen an Freiwilligen sorgen dafür, dass alle Artikel des Wissensspeichers prall gefüllt sind und aktuell bleiben. Auch neue Themen und Begriffe finden dank der Crowd schnell Einzug ins Lexikon. Wikipedia zeigt, wie ein Non-Profit-Projekt zu einer der wichtigsten Wissensressourcen der Welt werden kann.

Die wirklich interessante Startseite von Wikipedia bietet jeden Tag einen „Artikel des Tages“. Ein super Instrument, um den eigenen Wissenshorizont zu erweitern.

Crowdsourcing hat viele Gesichter

Ob nun Wikipedia, Ushahidi oder Kiva – Crowdsourcing hilft, das Allgemeinwohl zu steigern und Wohltätigkeit mal anders zu betreiben als durch Spenden. Dabei ist es auch für die Teilnehmer an solchen Projekten angenehm, wenn beispielsweise ihr Wissen und ihre Fertigkeiten gefragt sind und nicht nur ihr Portmonee.

Wenn Sie selbst ein Projekt in diesem Sinne betreiben, dann schreiben Sie uns. Wenn es passt, nehmen wir es gern in unsere Liste auf.

 

Dieser Artikel wurde am 10.July 2019 von Thomas geschrieben.

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von: Thomas K.

Thomas K., Clickworker




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