KI schafft neue Geschäftsmodelle

01.07.2020

KI in Deutschland

Künstliche Intelligenz revolutioniert den Markt. Maschinelles Lernen bringt neue Geschäftsmodelle hervor, die vor einigen Jahren noch nicht denkbar waren. Wer noch zur letzten Jahrhundertwende prophezeit hätte, dass ein Unternehmen anderen Betrieben virtuelle Kunden anbietet und damit sogar Geld verdient, wäre verlacht worden. Aber das ist heute Realität. Die Strukturen der neuen Artificial Intelligence Economy zeichnen sich in Ansätzen schon ab.

Neue Kommunikationsformen

Künstliche Intelligenz bietet Unternehmen neue Formen der vernetzten Kommunikation mit den Kunden und untereinander. Dabei spielt vor allem eine Rolle, dass jedes Unternehmen einerseits Anbieter von Produkten, Leistungen und Informationen ist, gleichzeitig aber auch Daten und Wissen konsumiert. Von der Datenverfügbarkeit und der qualifizierten Analyse von Informationen hängt heute der wirtschaftliche Erfolg jedes Marktteilnehmers ab. Hier kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel. Neue Geschäftsmodelle mit KI setzen beispielsweise bei diesen fünf Punkten an:

  1. Datenauswertung: Künstliche Intelligenz optimiert die Auswertung von Daten. Datenquellen, deren Analyse mit den bisherigen Methoden schwierig oder unmöglich war, werden durch KI zugänglich, verständlich und nutzbar. Mehr Daten führen zu immer besseren und verfeinerten Ergebnissen.
  2. Produktivität der Angestellten: Die Arbeitsleistungen der Mitarbeiter werden durch den Zugriff auf KI-Tools immer besser. Dies ermöglicht den gezielten Einsatz von Beschäftigten für wirklich innovative Aufgaben.
  3. Technologie: KI-Software sichert Wettbewerbsvorteile durch den effizienten Einsatz von maschinellem Lernen. Auch bereits bestehende Hardware wird durch intelligente Programmierung leistungsfähiger.
  4. Kundenfreundlichkeit: KI macht die Kommunikation mit den Kunden einfacher, effizienter und kostengünstiger. Chatbots eignen sich für alle Anfragen, die standardisierbar sind. Wenn es kompliziert wird, greift ein Mensch ein und kümmert sich um den Kunden. Er versorgt in dieser Kommunikation dabei gleichzeitig den Algorithmus mit neuen Informationen.
  5. Effizienz: Der Einsatz von KI ersetzt zunehmend den Einsatz von Experten. So werden Produkte mit bisher hohen Nebenkosten immer preiswerter.

Finanzdienstleistungen werden besser – und günstiger

Der letzte Punkt auf der Liste zeigt sich sehr anschaulich auf dem Sektor der Finanzdienstleistungen. Der Trend ist klar: Die Nachfrage nach Aktien für den Vermögensaufbau wird von privater Seite immer höher. Das ist kein Wunder, so lange beispielsweise die staatliche Rente immer weniger den Wohlstand im Alter garantiert. Die Auswahl von profitablen Aktien oder ETFs als Altersvorsorge setzt aber Fachwissen, Erfahrung und vor allem eine möglichst genaue Kenntnis der Marktlage voraus. Nur so lassen sich negative Entwicklungen frühzeitig abwehren und positive Trends voraussehen, um davon zu profitieren.

Der Faktor Mensch in Form eines Finanzexperten erhöht die Preise für aktiengestützte Altersvorsorge-Pakete aber beträchtlich. Neue Banken und Finanzdienstleister, die hierfür auf Maschinelles Lernen auf der Basis von Big Data setzen, bieten heute bereits erheblich günstigere Finanzprodukte an – bei gleicher oder zum Teil sogar besserer Leistungsfähigkeit. Sie haben gegenüber Anbietern, die mit traditionellen Methoden arbeiten, einen deutlichen Wettbewerbsvorteil – nicht nur durch den attraktiven Preis, sondern auch durch die Ausschaltung des menschlichen Irrtums.

Steigende Produktion dank KI

Auch im technischen Bereich deuten sich interessante Entwicklungen an: Kreative Start-ups kooperieren mit großen Unternehmen, um die Leistungsfähigkeit auf dem Produktionssektor zu steigern. Dabei rückt KI den Fokus der Entwicklung weg von physischen Maschinen hin zur Programmierung derselben. Machine Learning automatisiert Arbeitsprozesse und sorgt gleichzeitig dafür, dass die produzierende Maschine immer besser „versteht“ was sie tut. Dadurch wird ihre eigene Arbeitsleistung Schritt für Schritt optimiert.

Mega-Konzerne und die Möglichkeiten für Start-ups

Zurzeit sind es vor allem weltumspannende Unternehmen, die ihre Leistungen im Bereich Artificial Intelligence den Kunden und anderen Unternehmen anbieten. Intelligente KI-Plattformen werden beispielsweise von Google, IBM und Microsoft angeboten. Diese Plattformen werden genutzt,

  • um die vernetzte Produktion im Anlagen- und Maschinenbau voranzutreiben,
  • das Customer Relationship Management mit künstlichen Kommunikationsprogrammen zu optimieren
  • oder beispielsweise den Zahlungsverkehr von Finanzinstituten zu verbessern.

In jeder wirtschaftlich-technischen Revolution spielen aber nicht nur große Konzerne, sondern vor allem kreative Neu-Unternehmen die entscheidende Rolle. Künstliche Intelligenz benötigt menschliche Intelligenz, um sich zu verbessern. Die Kreativität des Menschen ist immer noch schwer in einen Algorithmus integrierbar. In dieser Hinsicht besteht ein enormes Potenzial für Start-ups. Beispiele aus Deutschland:

  • Das IndustrialTech-Startup Panda aus Hamburg deckt mithilfe von Künstlicher Intelligenz Fehler und Verbesserungspotenziale in Produktionsprozessen auf. So werden kostspielige Produktions-Pannen von vornherein vermieden.
  • lengoo aus Berlin entwickelt hoch spezialisierte KI-Programme für die Textanalyse. Damit soll der Markt für Übersetzungen völlig neu aufgerollt werden.
  • Das Kölner Startup ella entwickelt eine neue Technologie, die automatisch Texte für die Unterhaltungsindustrie erstellt. Künstliche Intelligenz schreibt Texte? Das ist heute keine Utopie mehr.
  • buynomics aus Köln simuliert das Marktgeschehen im B2C-Bereich, indem es virtuelle Kunden für den Produkt-Test vorab bereitstellt. Dies ermöglicht Unternehmen ein optimales Design und intelligente Preisgestaltung bereits vor der Markteinführung.

Es sind gerade neue Unternehmen, die Volkswirtschaften vorantreiben und Märkte erobern. So wird Künstliche Intelligenz zu einem Indikator für die Zukunftsfähigkeit von Volkswirtschaften.

Fazit

Künstliche Intelligenz schafft Innovationen, neue Geschäftsmodelle und neue Märkte. Die Aussichten dafür sehen gut aus – und auch von staatlicher Seite kommen attraktive Anreize. So stellt der Bund beispielsweise eine halbe Milliarde Euro für die Förderung der Künstlichen Intelligenz zur Verfügung. Gerade junge Unternehmen profitieren davon.

 

Dieser Artikel wurde am 01.July 2020 von Jan Knupper geschrieben.

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Jan Knupper




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