Ghostwriting – Kurzerklärung

Mit Ghostwriting wird die Tätigkeit eines Autors bezeichnet, der im Namen und im Auftrag einer anderen Person einen professionellen Text erstellt und die damit verbundenen Nutzungsrechte an den Auftraggeber abtritt. Bei der Veröffentlichung des Werkes wird der eigentliche Verfasser, der sogenannte Ghostwriter, nicht bzw. eher selten erwähnt. Ghostwriting wurde bereits während der Antike praktiziert. Umstritten ist es insbesondere im akademischen Umfeld.

Breites Spektrum des Ghostwritings

Das Ghostwriting zieht sich durch sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens. Dass prominente Persönlichkeiten ihre Biographien ebenso wenig selbst verfassen wie Politiker ihre Reden für feierliche Anlässe, ist weithin bekannt und gesellschaftlich akzeptiert.

Das Spektrum für die anonyme Texterstellung ist jedoch deutlich weiter gefasst. Es reicht von der Belletristik über die Musikbranche bis hin zum Bildungs- und Wissenschaftssektor. Mit der explosionsartigen Ausweitung von Produkt- und Content-Angeboten im Internet hat sich zudem eine steigende Nachfrage nach Auftragstextern für Onlineshops, Blogs oder Webauftritte von Unternehmen und Freiberuflern entwickelt.

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Vor- und Nachteile

Ghostwriting wird typischerweise dann in Anspruch genommen, wenn es dem Auftraggeber an Zeit und Muße, an Fähigkeiten für eine ansprechende sprachliche Formulierung oder an ausreichenden fachlichen Kenntnissen fehlt, um sein Werk eigenständig zu erstellen. Der Vorteil liegt zudem darin, dass Ghostwriter auf professionelles Schreiben spezialisiert sind. Sie besitzen exzellente rhetorische Veranlagungen, sind stilsicher und verfügen zudem über Erfahrung bei Konzeption und Ausarbeitung von umfangreichen, komplexen Abhandlungen.


Der Einsatz eines bezahlten Autors kann sich allerdings auch als Bumerang erweisen. Immerhin übergibt der Auftraggeber das Verfassen eines für sein Ansehen oder seinen zukünftigen Werdegang bedeutenden persönlichen Elaborats größtenteils in fremde Hände. Eine eingehende Überprüfung der Eignung eines potentiellen Ghostwriters sowie seiner Verlässlichkeit in Bezug auf die gestellten inhaltlichen Anforderungen und terminliche Vorgaben sind daher unerlässlich. Eine enge, konkrete Abstimmung ist Voraussetzung für Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Ghostwriting im akademischen Bereich umstritten

Nicht zuletzt kommt Ghostwriting auch im akademischen Umfeld zum Einsatz. Studenten an Hochschulen und Universitäten fühlen sich bei der Anfertigung von Haus-, Seminar- bis hin zu Masterarbeiten oft fachlich überfordert, leiden unter hoher zeitlicher Belastung oder setzen im Bestreben nach guten Examensnoten auf die Hilfe von wissenschaftlichen Schreibexperten. Nicht unüblich ist dies selbst bei der Erlangung von höheren akademischen Graden wie Promotion und Habilitation. Betroffen sind insbesondere Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie das Fach Jura.

Gängige Praxis ist zudem, dass Professoren auf Zuarbeit durch ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter zurückgreifen, wenn sie Lehrbücher oder Forschungspublikationen verfassen. Die Beteiligten finden in diesem Fall jedoch meistens in Vor- oder Nachwort dankend Erwähnung bzw. werden sogar als Koautoren aufgeführt.

Rechtliche Aspekte

Der Einsatz von Ghostwriting ist generell legal. Einige Aspekte wie die zeitlich begrenzte Abtretung der Urheberrechte sind gesetzlich geregelt. Weitere Details wie Verschwiegenheitspflichten, Leistungsumfang und Honorar können zwischen dem Ghostwriter und seinem Auftraggeber frei ausgehandelt und vertraglich fixiert werden.


Um den wahren Leistungsstand eines Studenten oder Doktoranden beurteilen zu können und Betrug vorzubeugen, wird bei der Einreichung von prüfungsrelevanten Abschlussarbeiten an Hochschulen und Universitäten allerdings in der Regel eine eidesstattliche Erklärung verlangt. In dieser muss derjenige, der die Arbeit in seinem Namen einreicht, versichern, sein Werk eigenständig und ohne fremde Hilfe verfasst zu haben. Ghostwriting wird in diesem Fall zum Straftatbestand, zumindest wenn die Vorlage des Fremdautors unverändert übernommen wird. Die Rechtsprechung dazu ist jedoch nicht einheitlich.


Der Begriff des Plagiats ist vom Ghostwriting zu trennen. Ein Plagiat liegt vor, wenn Text oder Textbestandteile von einem fremden Autor ohne dessen Zustimmung bzw. Erwähnung (Quellenangabe) publiziert werden, was zu einer Urheberrechtsverletzung führt. Beim Schreiben im Auftrag ist dies nicht der Fall, sofern der Verfasser nicht seinerseits auf Plagiate zurückgreift.

Den passenden Ghostwriter finden

Die Entscheidung, Ghostwriting einzusetzen, ist oftmals deutlich leichter zu fällen, als den passenden Autor zu finden. Die Suche nach einem geeigneten Ghostwriter hängt maßgeblich von der Art des zu erstellenden Schriftstückes ab. Für die persönliche Autobiographie eines Prominenten sind gegenseitiges Vertrauen und Einfühlungsvermögen von eminenter Bedeutung. Bei wissenschaftlichen Publikationen dagegen stehen umfangreiches Spezialwissen, die Fähigkeit zu präziser Formulierung und korrekter Umgang mit Quellen und anderen Formalitäten im Vordergrund.


Aufgrund der großen Nachfrage nach anonymen Autoren sowohl im akademischen Bereich als auch für die Content-Erstellung von Webseiten haben sich spezielle Online-Agenturen im Internet gebildet. Diese verfügen über einen umfangreichen Pool von hoch spezialisierten Schreibexperten verschiedenster Fachgebiete, aber auch von erfahrenen Generalisten und flexiblen Textern für alle denkbaren Themen.