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Plagiat

Plagiat (lat. plagium “Menschenraub”) nennt man die unrechtmäßige bzw. nicht-legitime, ganze oder teilweise Übernahme fremden Gedankenguts, um es in unveränderter oder bearbeiteter Form als persönliche Leistung zu deklarieren. Wer plagiiert, eignet sich geistige Schöpfungen, (Worte, Bilder oder Ideen) an, um sie unter seinem Namen zu veröffentlichen, sie anderweitig als originäre Arbeiten auszugeben und materielle, berufliche o.a. Vorteile daraus zu ziehen. Dabei wird die Quelle, d.h. der Urheber und sein Werk, nicht (ausreichend) kennzeichnet. Bei plagiierten Arbeiten kann es sich um Texte, Fotos, Videos, Designs, Melodien handeln, die z. B. aus Büchern, Zeitschriften oder dem Internet stammen. Plagiate treten am häufigsten in den Bereichen Kunst, Literatur, Wissenschaft, Websites oder Social Media auf.


Von einem Totalplagiat spricht man, wenn ein fremdes Werk komplett als das eigene ausgewiesen wird, und von einem Teilplagiat, wenn einzelne Passagen ohne Quellenangabe in Arbeiten aufgenommen werden. Textplagiate verwenden wörtlich Abschnitte aus fremden Werken, Ideenplagiate benutzen Gedanken anderer bzw. paraphrasieren Texte, ohne auf den Ursprung hinzudeuten. Bei Übersetzungsplagiaten gebraucht man übersetzte fremdsprachliche Texte oder Textteile, ohne diese als Übersetzungen hervorzuheben und den ursprünglichen Autor zu nennen. Selbstplagiate sind vom Urheber mehrfach ganz oder in Teilen in verschiedenen Kontexten eingesetzte Werke. Plagiate liegen auch vor, wenn man Metaphern oder Idiome nutzt, ohne die Quelle aufzuführen.

Risiken beim Kopieren

Unmarkiert für künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten (Bachelor-/Masterarbeiten) oder Internet-Seiten übernommene Zitate, Bilder, Videos verstoßen meist gegen das Urheberrecht, imitierte Designvorlagen, Erfindungen oder Konzepte verletzen das Patentrecht bzw. das sog. Geschmacksmustergesetz. Für die Einschätzung als Plagiat spielt es keine Rolle, ob die betreffende Person absichtlich oder unfreiwillig gehandelt, d.h. inkorrekt bzw. unbefugt kopiert, zitiert oder paraphrasiert hat. Aufgedeckte Plagiate sind häufig für den Rechtsverletzer mit erheblichen Folgen verbunden. Urheber können für unberechtigt kopierte Texte oder Bilder z. T. hohen Schadensersatz fordern. An Universitäten bedeuten Plagiate als vorgetäuschte wissenschaftliche Leistungen für den Schuldigen mitunter das Entziehen des Prüfungsanspruchs, Aberkennen des Titels oder Studienverbot. Plagiate führen im Falle von annullierten Studienabschlüssen auch zum Auflösen von Arbeitsverträgen. Als Betrug gewertete Plagiate werden teilweise sogar strafrechtlich verfolgt.


Erfahrene Gutachter und Dozenten sind fähig, Plagiate in künstlerischen oder Studienarbeiten zu erkennen. Heutzutage helfen spezielle Software-Programme (wie CheckText, Turnitin) beim schnellen, unkomplizierten Aufdecken von Plagiaten, indem sie Werke mit Hunderten Online gespeicherter Originalquellen vergleichen. Kopierte Texte und Fotos lassen sich problemlos über diverse Internet-Suchdienste enttarnen. Um Plagiate zu vermeiden, sollte man möglichst einzigartige Inhalte für Websites, schriftliche u.a. Arbeiten erstellen. Außerdem sollte man stets wörtliche Zitate markieren, indirekte Zitate durch Konjunktiv kenntlich machen sowie immer, auch bei Paraphrasen, auf Quellen richtig und vollständig hinweisen.

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