Um zu verstehen, was Analog Crowdsourcing ist, müssen wir zunächst den Begriff „analog“ betrachten. In diesem Fall beziehen wir uns auf die Technologie, da diese für das Crowdsourcing am relevantesten ist. Wenn wir von analoger Technologie sprechen, wird dies oft schlicht als das Gegenteil von digitaler Technologie verstanden. Das kann jedoch verwirrend sein, da viele Menschen davon ausgehen, dass heutzutage fast jede Technologie digital ist.
Eine analoge Uhr zeigt die Zeit über zwei Zeiger an, die über ein Zifferblatt gleiten und auf die entsprechenden Zahlen deuten. Eine Digitaluhr hingegen stellt Zahlen auf einem kleinen Display dar. Aber was macht Erstere „analog“? Bedenken Sie Folgendes: Die Zeiger repräsentieren das Vergehen der Zeit; sie sind nicht die Zeit selbst. Daher ist die Bewegung der Zeiger eine Analogie zur Zeit. Wie wir wissen, ist eine Analogie die Darstellung von etwas. Überträgt man dies auf das Crowdsourcing: Beim Online-Crowdsourcing denkt man an Einzelpersonen, die dasselbe tun. Ja, sie sind eine Art Crowd, aber sie befinden sich nicht physisch in einer Gruppe von Menschen. Das ist digitales oder Online-Crowdsourcing.

Jeff Howe, Redakteur bei Wired, prägte den Begriff ursprünglich im Jahr 2006 in seinem Artikel „The Rise of Crowdsourcing“ – damit war das Wort Crowdsourcing geboren. Heutzutage wird Crowdsourcing hauptsächlich über das Internet praktiziert, da dies logistisch sinnvoll ist und Menschen aus der ganzen Welt problemlos zusammenbringen kann. Wie Howe jedoch in seinem Artikel erwähnt, war das nicht immer so. Obwohl der Begriff neu ist, ist die Praxis selbst alles andere als neu.
Tipp zum modernen Crowdsourcing:
Die Geschichte zeigt uns, dass großartige Ideen schon immer aus der „Crowd“ kamen – vom Longitude Prize bis zum Oxford English Dictionary. Das digitale Zeitalter hat jedoch die geografischen und logistischen Barrieren der Vergangenheit beseitigt. Heute müssen Unternehmen nicht mehr jahrelang auf Ergebnisse warten.
Durch den Einsatz professioneller Crowdsourcing-Lösungen können Sie in Sekundenschnelle eine globale, digitale Crowd aktivieren, um komplexe Datenaufgaben zu lösen, Recherchen durchzuführen oder Inhalte zu erstellen – mit derselben kollektiven Intelligenz, deren Organisation früher Jahrzehnte dauerte.
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Crowdsourcing funktioniert im Internet besonders gut, hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten und kann Unternehmen wie Privatpersonen gleichermaßen helfen. Aber was wäre, wenn wir kein Internet hätten? Wären wir dann immer noch in der Lage, Crowdsourcing zu betreiben? Bevor das Internet massentauglich wurde, nutzten Unternehmen Outsourcing, um Kosten zu senken. Dies führte dazu, dass westliche Unternehmen bürobasierte Aufgaben massenhaft in andere Länder auslagerten. Der Grund dafür war, dass diese Länder in der Lage waren, den Arbeitnehmern weitaus niedrigere Löhne zu zahlen als am Hauptsitz des Unternehmens. Während dies viele Verbraucher irritierte, nahmen die Unternehmen dies zugunsten sinkender Kosten in Kauf.
Ein Beispiel hierfür war British Telecom, das 2003 begann, Callcenter in Indien zu eröffnen. Sie schlossen etwa 70 von 100 britischen Callcentern, sehr zum Ärger von ehemaligen Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen. Bis zum Jahr 2020 brachten sie jedoch alle Callcenter zurück nach Großbritannien. Dies geschah vor allem aus ethischen Gründen und aufgrund der Frustration ihrer Kunden. Viele Unternehmen folgen diesem Beispiel und kehren an ihre ursprünglichen Standorte zurück. Obwohl dies nicht im engeren Sinne Crowdsourcing ist, wird Outsourcing oft als Vorläufer des Crowdsourcing betrachtet.
Dies ist eine oft gestellte Frage, die jedoch schwer zu beantworten ist, da es Crowdsourcing wahrscheinlich schon so lange gibt, wie die Menschheit existiert. Gemeinschaften könnten nicht gedeihen, wenn die Menschen nicht zusammenarbeiten würden. Eines der frühesten Beispiele für Crowdsourcing stammt aus dem Jahr 1714. Damals war die Navigation auf offener See schwierig, und Seeleute hatten oft Probleme, ihre Position zu bestimmen, was zum Verlust ganzer Schiffe führte. Um dem entgegenzuwirken, lobte die britische Regierung den „Longitude Prize“ in Höhe von 20.000 Pfund aus (nach heutigem Wert Millionenbeträge) – für denjenigen, dem es gelänge, eine Lösung für dieses Problem zu finden.
Die Nachricht über den Preis verbreitete sich überall, und die Menschen machten sich an die Arbeit – nicht zuletzt aufgrund des enormen finanziellen Anreizes. Der Gewinner war ein gewisser John Harrison, der eine Uhr entwickelte, die auch auf See funktionierte. In Kombination mit dem Sonnenstand konnten Seeleute so ihre Position bestimmen. Die britische Regierung nutzte die Crowd, um ein Problem zu lösen, das Seefahrer seit Jahrhunderten geplagt hatte.
Zieht man Crowdfunding mit ein, findet sich ein sehr frühes Beispiel in den Jahren 618–907 mit der Gründung der Aktiengesellschaft „Heben“ durch die Tang-Dynastie. Kaufleute agierten hier mit Mitteln von Investoren und Aktionären. Im Jahr 1849 wurde im Rahmen des Smithsonian Meteorological Project eine Gruppe von 150 Wetterbeobachtern zusammengestellt. Die Daten der Freiwilligen wurden per Telegraf übermittelt, um Wetterkarten zu erstellen. 1884 erstellten 800 Freiwillige das Oxford English Dictionary, indem sie Wörter katalogisierten, um die erste Ausgabe zu formen. 1916 veranstaltete Planters Peanuts einen Wettbewerb für ein neues Logo – so entstand „Mr. Peanut“ aus der Feder eines 14-jährigen Jungen aus der Crowd. Robert Axelrod lud 1979 dazu ein, FORTRAN-Programmieralgorithmen einzureichen, um das Gefangenendilemma zu spielen. Obwohl dieses Beispiel Technologie nutzt, fand es lange vor der Entstehung des World Wide Web statt.