Der Begriff Distributed Knowledge bezieht sich auf Informationen, die von einer großen Anzahl von Personen gesammelt werden und die jedem Einzelnen zugutekommen können. Im Zeitalter der Globalisierung und des Internets ist das Sammeln und Verbreiten von Inhalten als „allgemeines Wissen“ oder „kollektives Wissen“ von großer Bedeutung. Es hilft dabei, das Allgemeinwissen und die Bildung des Nutzers auf Basis des Wissens anderer zu fördern. Dieses Konzept findet auch in Arbeitsgruppen Anwendung.
Ein einfaches Beispiel für Distributed Knowledge verdeutlicht das Prinzip:
Andy und Jim befinden sich in einem Büro ohne Fenster. Sie fragen sich, ob es draußen regnet, aber keiner von beiden weiß es. Andy weiß jedoch, dass ihre Kollegin Sandy immer ihren blauen Hut trägt, wenn es regnet. Jim wiederum sieht Sandy gerade zur Tür hereinkommen und bemerkt, dass sie ihren blauen Hut trägt. Zu diesem Zeitpunkt weiß immer noch keiner von beiden sicher, ob es regnet. Wenn Jim jedoch seine Beobachtung mit Andy teilt und Andy sein Wissen mit Jim abgleicht, wissen beide, dass es draußen regnet.
© Flickr by digital catDies ist ein ähnliches Konzept, bei dem etwas von jedem oder fast jedem gewusst wird. Da Menschen Wissen über sehr unterschiedliche Dinge haben, kann Common Knowledge stark variieren. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Informationen, die die meisten Menschen als gültig akzeptieren würden, da viele Personen damit übereinstimmen. Ob etwas als Common Knowledge gilt, hängt oft von der Gruppe, dem Ort, der Gesellschaft und der Epoche ab. Beispielsweise ist die US-Verfassung den Menschen in den USA bestens bekannt, in anderen Ländern jedoch weit weniger.
Diese Art von Wissen ist nicht immer beständig, da es sich ändern kann, wenn wir als Spezies neue Erkenntnisse gewinnen. Früher dachte man beispielsweise, die Sonne drehe sich um die Erde – heute wissen wir natürlich, dass es umgekehrt ist. Auf globaler Ebene ist echtes Common Knowledge aufgrund der kulturellen Vielfalt schwer zu definieren. Man könnte zum Beispiel annehmen, dass der US-Präsident weltweit bekannt ist, aber sicher wissen lässt sich das nur durch riesige Umfragen, was oft unrealistisch ist.
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Dies ist eine Variation von Distributed Knowledge, die in den Wirtschaftswissenschaften verwendet wird. Dieses Konzept besagt, dass keine einzelne Instanz über alle Informationen verfügt, die Produktion und Preise in einem System beeinflussen. Eng verknüpft mit Märkten für Vermögenswerte, Waren und Dienstleistungen besagt dieses Format, dass kein Einzelner alle Faktoren kennen kann, die diesen Markt beeinflussen. Das liegt vor allem daran, dass man die Absichten oder Pläne anderer Marktteilnehmer nicht kennt. In solchen Märkten kann es für den Einzelnen vorteilhaft sein, sein Wissen für sich zu behalten. Diese Ungewissheit führt jedoch zu unterschiedlichen Meinungen und Ideen und setzt somit Kreativität frei.
Hierbei wird Wissen zwischen Menschen, Gemeinschaften, Kollegen, Freunden, Familien und Organisationen geteilt. Traditionell geschah Wissensaustausch persönlich, in Meetings oder ähnlichen Formaten. Heutzutage ist der Online-Austausch, insbesondere über soziale Medien, sehr verbreitet. Es gibt verschiedene Ebenen des Wissensaustauschs:
In Organisationen aller Art wird Distributed Knowledge auf vielfältige Weise genutzt. Informelle Methoden umfassen Chats und Storytelling, die persönlich oder online über Messaging-Plattformen stattfinden können. Wikis sind ein weiteres Beispiel, sind jedoch meist themenbasiert und spezifisch. In „Communities of Interest“ oder Praxisgemeinschaften kommen Menschen zusammen, um Wissen organisiert anzuwenden oder zu teilen. Arbeitsgruppen können Teams oder Abteilungen in Unternehmen sein, die sich regelmäßig austauschen, oft mit Blick auf ein spezifisches Ziel. Auf individueller Ebene gibt es das Mentoring, bei dem meist technisches oder operatives Know-how weitergegeben wird. Gemeinsame Wissensdatenbanken ähneln Wikis, existieren aber in Form von Intranet-Datenbanken, Modellen oder Netzlaufwerken.
Im Bereich des Wissensmanagements gibt es beim Knowledge Sharing einige Herausforderungen. Manche Mitarbeiter in Unternehmen zögern, ihr Wissen zu teilen. Sie betrachten es als ihr „Eigentum“ und befürchten, durch das Teilen die Kontrolle darüber zu verlieren. Gelegentlich halten Führungskräfte Informationen zurück, um ihren Status zu sichern – eine gute Führungskraft wird jedoch zum Teilen ermutigen. Anreizsysteme sind ein bewährter Weg: Wer für das Teilen von Wissen belohnt wird, ist eher dazu bereit. Auch kulturelle Unterschiede spielen eine Rolle. In manchen Kulturen werden Ideen offen und häufig geteilt, in anderen geschieht dies nur auf explizite Nachfrage.
Mangelndes Selbstvertrauen kann ebenfalls dazu führen, dass jemand zögert, Wissen preiszugeben – aus Angst, die Information könnte falsch oder irrelevant sein. Liegt ein Thema außerhalb des eigenen Kernbereichs, schweigen Mitarbeiter oft, um die Experten nicht zu verärgern. Eine Lösung hierfür ist die Gleichberechtigung aller Teilnehmer. Wikipedia macht dies vor, indem jeder Bearbeitungen vornehmen kann, die erst nachträglich geprüft werden. Dieser Ansatz hat jedoch unterschiedlichen Erfolg. Ein exzellentes Management, das eine Kultur des Aussprechens fördert, ist in solchen Fällen immer hilfreich.
Wenn Wissen verteilt ist (Distributed Knowledge), geschieht dies oft aufgrund eines Problems, das gelöst werden muss. Große Herausforderungen wie globale oder gesellschaftliche Probleme werden häufig kollektiv gelöst. Diese Art der Problemlösung erfordert Zusammenarbeit – persönlich oder online. Solche Gruppen haben oft ein gemeinsames Ziel oder ein soziales Anliegen. Die Gruppen können dauerhaft oder temporär sein und teilen ihre Fähigkeiten sowie ihre Expertise. Gemeinsame Anstrengungen der Gruppe oder der Crowd sind erforderlich, um einander zu verstehen, Informationen auszutauschen und zu einem Ergebnis zu kommen. Die Mitglieder der Crowd lernen dabei oft voneinander, was zu gesteigertem Selbstwertgefühl sowie zur Förderung von kritischem Denken und sozialen Kompetenzen führt.