Mass Collaboration – Kurzerklärung

Unter Mass Collaboration versteht man eine neue Form der Zusammenarbeit im Internet. Mehrere Personen arbeiten an einem Projekt, wobei die einzelnen Zuständigkeiten weniger streng reglementiert sind als bei einer Kooperation. Auch das Teilnehmerfeld ist grundsätzlich offen. Die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 haben das Potenzial von Mass Collaboration erheblich ausgeweitet.

Mass Collaboration im Web 2.0

Das Social Web bzw. Web 2.0 macht neue Formen der Zusammenarbeit möglich, die auch von Unternehmen genutzt werden. Kommunikation, der Austausch von Wissen und die Erstellung von Inhalten werden mit neuartigen Tools immer einfacher und produktiver. Die Veränderung der Technologie hat auch eine Veränderung der Zusammenarbeit an Projekten zur Folge. Gebundene Kooperativen, die vornehmlich durch die Beziehungen der Mitglieder untereinander definiert sind, werden unwichtiger. An ihre Stelle treten ungebundene Netzwerke oder Connectives, die sich vor allem durch Diversität auszeichnen.

Kollaboration oder Kooperation – ein entscheidender Unterschied

Die Begriffe Kollaboration (wie in Mass Collaboration) und Kooperation (Mass Cooperation) werden häufig wie Synonyme verwendet. Es besteht jedoch ein entscheidender Unterschied, der die Arbeitsweise betrifft:

  • Kooperation zeichnet sich durch den Aspekt der Arbeitsteilung aus, wobei das zu erreichende Ziel meist feststeht. Jeder der Beteiligten ist für einen abgrenzbaren Arbeitsteil verantwortlich.
  • Kollaboration ist durch Gegenseitigkeit und das Fehlen einer Hierarchie gekennzeichnet. Ein Problem wird gemeinsam angegangen, die Lösungen entstehen dynamisch durch den Kollaborationsprozess an sich.

Neue Technologien und Web 2.0-Tools bringen die Mass Collaboration voran, weil sie den höheren Koordinierungsaufwand – aufgrund der fehlenden Arbeitsteilung im Vergleich zur Kooperation – ausgleichen können. Auch die Menge der Menschen oder Organisationen, die sich an einem Projekt beteiligen, ist generell unbegrenzt. Die neue Form der Zusammenarbeit zeichnet sich durch Offenheit aus – nicht nur in Bezug auf die Teilnehmer, sondern auch auf das Ziel. Oft entstehen durch den Kollaborationsprozess neue Ideen, Fragen und Lösungen, neue Projekte und wiederum neue Ziele.

Wirtschaftliche Potenziale der Zusammenarbeit im Netz

Auf Unternehmensebene lassen sich die Potenziale des Social Webs nutzen, um zusammen mit den Kunden als externe Kräfte Lösungen zu entwickeln. Die Interaktion mit Kunden zahlt sich zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Produktideen, Design-Änderungen oder Service-Optimierungen aus. Gleichzeitig öffnet diese Zusammenarbeit mit den Kunden (die sogenannte Open Innovation) völlig neue Möglichkeiten der Marktanalyse. Als Teilnehmer von Projekten, die durch Mass Collaboration verwirklicht werden, bieten sich auch Crowdworker an. Diese können zum Beispiel bei der Ideenfindung für einen Produktnamen hilfreich sein.

Das berühmteste Beispiel für eine offene Zusammenarbeit im Netz ist Wikipedia. Durch das Nutzen der „Weisheit der Masse” entstand ein weltweit bekanntes Online-Lexikon, an dem Millionen von Nutzern unabhängig voneinander arbeiten. Hinter der Idee von Wikipedia stehen Aspekte wie Open Source, Crowdsourcing und konstruktive Diskussionen in Blogs. Kreative Entwicklungen wie Wikipedia fordern auch die Wirtschaft heraus. Damit das Potenzial von Mass Collaboration voll ausgenutzt werden kann, müssen sich Unternehmen oft von überkommenen Strukturen lösen.

Das kollektive Wissen nutzen

Mass Collaboration ist eine Arbeitsweise, die auf neue Technologien und die immensen Möglichkeiten der Koordination von Wissen setzt. Sie kombiniert einzelne Elemente des kollektiven Wissens und stellt diese in neue Zusammenhänge. An die Stelle einer strengen Aufgabenteilung tritt die gemeinsame Suche nach einer Lösung. Damit bieten sich ungeahnte Möglichkeiten, Neues zu schaffen. Mass Collaboration ist ein leistungsstarkes Instrument, um Kreativität zu nutzen und zu generieren. Die Potenziale dieser neuen Form der Zusammenarbeit sind noch lange nicht ausgeschöpft.