Mass Customisation ist die Fertigung von individualisierten Produkten in Masse. Sie werden nach den Anforderungen des Kunden hergestellt. Auch Dienstleistungen können so erbracht werden. Wichtig ist bei der Mass Customisation, dass die Vorteile der Massenproduktion erhalten bleiben. Deshalb wird nicht das Produkt an sich individualisiert, sondern einzelne Merkmale oder Funktionen. In der Regel wird für die Individualisierung ein Produkt-Konfigurator genutzt, der Herstellern wie Kunden hilft, die zulässigen Merkmalskombinationen zu ermitteln.

Mass Customisation gestern und heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Konsumgütermarkt in Richtung Massenproduktion. Fließbandprodukte sollten die Bedürfnisse der Verbraucher zufriedenstellen. Doch schon in den 1960er Jahren war der Markt damit gesättigt – deshalb erfolgte eine Segmentierung. Immer speziellere Produkte wurden für die sich nach Individualität sehnenden Verbraucher hergestellt.

Werden allerdings unterschiedliche Varianten eines Produktes nachgefragt, können die Vorteile der Massenproduktion nicht genutzt werden. So wurden Verfahren entwickelt, welche die Vorteile der Massenproduktion erhalten, aber trotzdem eine große Produktvarianz sicherstellen. Besonders Automatisierungen und moderne Produktionsanlagen machten das möglich.

Informieren Sie sich über die vielfältigen Lösungen von clickworker!

Kunde ist Teil der Produktionskette

Ist der Kunde bei der normalen Produktion eines Artikels nur der Käufer, so wird er bei der Mass Customisation zum Teil der Produktionskette. Er bestimmt Aussehen, Eigenschaften oder Funktionen. Der Produzent, ein externer Dienstleister, der Händler oder der Kunde selbst stellt anschließend das Produkt gemäß den Wünschen her.

Bei vielen Artikeln und Dienstleistungen gibt es ein Standardangebot und eine individualisierte Variante, wobei für Zweitgenanntes der Kunde einen Aufpreis zahlt.

Standard-Module oder individualisierbare Vorprodukte

Die individualisierte Massenproduktion wird in der Regel durch standardisierte Module oder Vorprodukte möglich.

Durch Standard-Module lassen sich Produkte in Masse entsprechend den Kundenanforderungen zusammenstellen. Das geschieht etwa bei der Produktion von persönlichen Medikamenten.

Vorprodukte sind so beschaffen, dass sie sich einfach individualisieren lassen. Beispielsweise kann ein weißer Kaffeebecher innerhalb kürzester Zeit durch den Aufdruck einer Grafik zu einem Fanartikel werden. In der Autoproduktion ist dieses Prinzip schon seit Jahren üblich: Der Käufer sucht sich ein Modell aus und konfiguriert es.

Das Prinzip des Vorproduktes, das sich mittels Modulen individualisieren lässt, gibt es auch bei Dienstleistern. So kann sich der Kunde eines Catering-Unternehmens zum Beispiel aussuchen, ob er nur Speisen und Getränke will oder dazu noch Bedienung, Geschirr usw.

Ort der Individualisierung

1. Im Unternehmen

Das Produkt wird direkt bei der Produktion individualisiert. Das geschieht beispielsweise bei einem Autohersteller, der die gewünschten Features im Modell verbaut.

2. Externes Unternehmen

Ein anderes Unternehmen als der Hersteller des Rohproduktes erfüllt die individuellen Kundenwünsche. So kann etwa noch ein Logo auf den Gegenstand gedruckt oder ein höherer Arbeitsspeicher in den Laptop verbaut werden.

3. Händler

Schließlich lassen sich Individualisierungen direkt beim Händler vornehmen – beispielsweise wenn Schmuck gekauft und dieser noch graviert wird.

4. Kunde

Auch der Kunde kann die Individualisierung vornehmen. Das ist zum Beispiel bei Homepagebaukästen erforderlich: Hier stellt sich der Kunde seine Internetseite so zusammen, wie er sie benötigt.

Mass Customisation und Social Commerce

Eine Unterform der Mass Customisation ist im Social Commerce beheimatet. Dabei gibt es einen Serviceanbieter, der Rohprodukte, Geräte zur Individualisierung sowie Produktlager bereitstellt. Nutzer des Anbieters erstellen selbst eine Endversion des Produktes. Anschließend verkaufen sie diese in ihrem eigenen Shop. Der Anbieter übernimmt die Individualisierung des Rohlings nach den Vorgaben des Nutzers, den Versand usw. Er behält dafür einen Teil des Gewinns. Gerade bei Kleidung, Taschen und ähnliche Artikel ist dieses Prinzip beliebt.