Open Source – Kurzerklärung

Als Open Source (offener Quellcode) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und die von Entwicklern sowohl genutzt als auch bearbeitet werden kann. Entwickler sind allerdings verpflichtet, bearbeitete Versionen ebenfalls als offenen Quellcode für andere freizugeben. Genutzt werden kann die Open-Source-Software meist kostenlos.

Open Source als Alternative zu kommerziellen Anwendungen

Im Internet gibt es mittlerweile für fast alle Einsatzzwecke freie Software, die vergleichbaren kommerziellen Programmen in puncto Leistungsfähigkeit und Sicherheit in nichts nachsteht. Auch viele Unternehmen nutzen freie Software und tragen damit gleichzeitig zur Weiterentwicklung der Programme für die Nutzer bei.

Heute gibt es für beinahe jedes kommerzielle Programm kostenlose Alternativen. Beispiele:

AnwendungProprietäre SoftwareOpen Source Alternative
BetriebssystemMicrosoft WindowsLinux
BrowserGoogle Chrome, Microsoft Edge (Internet Explorer)Mozilla Firefox
FotobearbeitungPhotoshopGimp
PDFAdobe Acrobat DCPDF Creator
Office-Pakete (Büro-Anwendungen)Microsoft OfficeOpen Office
Informieren Sie sich über die vielfältigen Lösungen von clickworker.

Strenge Bedingungen für Open Source

Entscheidend für Open Source ist, dass die Lizenz eine unbeschränkt freie Nutzung des Programms erlaubt. Ein offener Quellcode ist dabei die Voraussetzung für die letzten drei der vier Grundsätze für freie Software, die schon 1985 von der Free Software Foundation (FSF) entwickelt wurden:

  1. Das Programm darf für jeden Zweck ausgeführt werden.
  2. Die Funktionsweise des Programms darf für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
  3. Das Programm darf weitergegeben werden.
  4. Veränderte Programme dürfen unter den gleichen Voraussetzungen des Ursprungsprogramms veröffentlicht werden, damit die Gemeinschaft davon profitiert.

Eine offizielle Definition findet sich auf der Website der Open Source Initiative. Hier sind insgesamt 10 Voraussetzungen aufgezählt, nach denen sich ein Programm als Open Source bezeichnen darf. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass es bezüglich des Anwenderkreises keine Beschränkungen geben darf. Niemand darf von der Nutzung der Software ausgeschlossen werden. Dies gilt für Einzelpersonen genauso wie für Gruppen oder Unternehmen.

Für offene Software entwickelt sich oft sehr schnell eine große Community, die sich um Informationen und Support sowie die Entwicklung der Programme kümmert. Je mehr Entwickler sich in einer Community zusammenschließen, umso leistungsfähiger wird in der Regel die Software.

Was Open Source nicht ist

Allerdings ist nicht jedes offene Programm wirklich freie Software im strengen Sinne. Einige Unternehmen bieten aus Marketinggründen eingeschränkt nutzbare Produkte als Open oder Public Source an, weil potenzielle Kunden einen offenen Quellcode als Qualitätsmerkmal ansehen.

Freie Software ist ebenfalls nicht mit Freeware gleichzusetzen. Der Begriff Freeware bezeichnet lediglich kostenfreie Programme, die aber in anderer Hinsicht – insbesondere in Bezug auf die Nutzungsrechte – eingeschränkt sein können. Hierbei handelt es sich zumeist um limitierte Programme, die zum Erwerb einer kostenpflichtigen Vollversion motivieren sollen. Auch die Begriffe Crowdsourcing und Open Source werden oft als Synonyme behandelt. Das ist aber falsch. Crowdsourcing bedeutet die Auslagerung von Tätigkeiten an eine Gruppe, Open Source dagegen die uneingeschränkte Nutzung von kostenloser Software.

Nach einer Schweizer Statistik aus dem Jahr 2015 waren Open Source-Lösungen in den folgenden 5 Anwendungsbereichen besonders stark vertreten:

  1. Webserver (Apache HTTP Server, Lighttpd)
  2. Programmiersprachen (PHP, Python, Java)
  3. Datenbanken (MySQL, PostgreSQL, CouchDB)
  4. Server-Betriebssysteme (Debian, Suse, Red Hat)
  5. Content Management Systeme (TYPO3, Drupal, Magnolia)

Kostenlos, aber profitabel

Open Source ist auch für kommerzielle Projekte interessant, weil sich durch die Nutzung freier Programme teure Lizenzgebühren vermeiden lassen. Zwar lässt sich mit der Erstellung von freier Software selbst kein Geld verdienen. Im Umfeld von Open Source haben sich aber verschiedene Geschäftsmodelle entwickelt, zum Beispiel

  • Schulungen und Support,
  • Einsatz der Programme für spezielle Projekte,
  • professionelle Weiterentwicklung von Software für spezialisierte Bedürfnisse.

Ein offener Quellcode hat gerade im Business Vorteile. Er lässt sich meist verhältnismäßig leicht an individuelle Bedürfnisse anpassen. Entwickler greifen zudem auf Vorhandenes zurück, ohne jedes Detail von Grund auf neu zu schreiben. Das spart Zeit und Geld für die Realisierung innovativer Ideen.