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Prosumer

Die Entstehung des Prosumers

Das Wort Prosumer hat zwei Definitionen. Zunächst schuf der amerikanische Autor Alvin Toffler im Jahr 1980 den Begriff „Prosumer“. Er verschmolz die englischen Wörter für Produzent (producer) und Konsument (consumer), um die Begriffe Prosumer und Prosumption zu prägen. Er stellte fest, dass eine zunehmende Nutzerbeteiligung zu einer Überschneidung von Produktion und Konsum führt, wodurch Prosumer entstehen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff jedoch auch als Kombination aus „Professional“ (Fachmann) und „Consumer“ (Konsument) verstanden. Soziale Netzwerke und das Internet verliehen dem 1980 geschaffenen Begriff einen neuen Aufschwung. Beide Bedeutungen können zutreffen, wenn man von Prosumern spricht, und es gibt tatsächlich viele verschiedene Arten von ihnen.

Prosumers

Prosumer sind die neuen Konsumenten

Wie bereits erläutert, ist ein Prosumer jemand, der entweder ein Konsument ist, der gleichzeitig produziert, oder ein Konsument, der gleichzeitig ein Fachmann ist. In der Online-Welt beschreibt der Begriff Menschen, die Produkte kaufen und gleichzeitig an deren Entstehung mitwirken. Ein Beispiel: Jemand kauft ein schlichtes T-Shirt, passt es dann aber an, indem er selbst ein Design hinzufügt. Er hat das T-Shirt konsumiert, aber gleichzeitig einen neuen Artikel daraus produziert. Auch in der Offline-Welt gibt es Menschen, die ihre eigenen Lebensmittel für ihre Familien oder Gemeinschaften anbauen. Diese Menschen konsumieren die Lebensmittel, die sie selbst produziert haben – dies ist auch als „freiwillige Einfachheit“ (voluntary simplicity) oder „Simple Living“ bekannt.

Nutzen Sie die Macht der Prosumer:

Prosumer sind mehr als nur Käufer – sie sind aktive Teilnehmer, die gehört werden wollen. Ihr Wunsch nach Einflussnahme und Mitgestaltung macht sie zur wertvollsten Informationsquelle für Ihre Produktentwicklung und Marktforschung.

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Personalisierung und Testing

Auf Webseiten wie Facebook und YouTube konsumieren und produzieren Nutzer gleichzeitig Informationen. Das sogenannte Crowdtesting ist eine spezielle Form des Crowdsourcing, bei der Unternehmen die Arbeitskraft und das Wissen der Crowd nutzen können, um die Benutzerfreundlichkeit von Produkten zu testen und diese gegebenenfalls zu verfeinern. Die aktive Beteiligung an der Entstehung eines Produkts macht Konsumenten zu Prosumern. Inzwischen können bestehende Produkte angepasst werden, um Prosumer-Wünschen gerecht zu werden, zum Beispiel individuelle Parfums oder Schokoladen. Die Personalisierung eines Produkts charakterisiert auch das sogenannte Prosumer-Produkt. So ist etwa die Bridgekamera speziell für den Einsatz durch Semi-Professionals konzipiert.

Personen oder Gemeinschaften, die Solaranlagen an ihren Häusern installiert haben, sind ebenfalls ein Beispiel hierfür. Sie verbrauchen Energie, aber wenn sie einen Überschuss haben, fließt dieser zurück ins Netz; wenn sie ihn wieder benötigen, entnehmen sie ihn dem Netz. Sie konsumieren und produzieren auf einer regelmäßigen Basis.

Vorteile und Probleme für Prosumer

Für Einzelpersonen

Als Prosumer kann man sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen machen. Menschen, die in die Produktion und den Prozess dessen involviert sind, was sie konsumieren, fühlen sich beispielsweise oft vom Unternehmen wertgeschätzt und respektiert. Wenn die eigene Meinung gehört und umgesetzt wird, kann das das Selbstwertgefühl steigern! Die meisten Prosumer sind heute online aktiv, geben ihre Meinungen und Ideen ab, finden Trost in den Gemeinschaften, die sie aufbauen, und entwickeln beeindruckende Konzepte. Im Erfolgsfall führt dies dazu, dass der Prosumer genau das Produkt oder die Dienstleistung erhält, die er sich wünscht.

Auf der anderen Seite kann es negative Erfahrungen geben. Ein Prosumer investiert vielleicht viel Zeit und Mühe, um einem Unternehmen bei der Entwicklung eines neuen Produkts zu helfen, nur um dann zu erleben, dass das Unternehmen die Ideen ablehnt oder sie als seine eigenen ausgibt. Zudem investieren einige Prosumer sogar eigenes Geld, nur damit die Idee oder der Dienst am Ende scheitert, was für sie einen finanziellen Verlust bedeutet.

Für Unternehmen

Unternehmen können viel von Prosumern lernen und durch das Zuhören bessere Ergebnisse erzielen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen zeigte eine Anzeige für Babyprodukte. Ein Paket zeigte ein weißes Paar mit ihrem Baby, das andere eine schwarze Frau allein mit ihrem Baby. Obwohl es nicht die Absicht des Unternehmens war, Schaden anzurichten, löscht die Absicht die Wirkung nicht aus. Die Wirkung war, dass die Menschen dachten, das Unternehmen würde schwarze Mütter als Alleinerziehende stereotypisieren. Prosumer äußerten diese Meinung online und forderten das Unternehmen auf, es besser zu machen. Das Unternehmen veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der es sich für das Missverständnis entschuldigte, und zeigte weitere Produkte, auf denen schwarze Mütter mit Vätern sowie alleinerziehende weiße Mütter zu sehen waren. Diese Demonstration von Vielfalt wurde von den Prosumern gelobt und geteilt, was dazu führte, dass das Unternehmen an Respekt und Umsatz gewann.

Umgekehrt verlassen sich manche Unternehmen vielleicht zu sehr auf Prosumer. Was sie für eine gute Idee halten, könnte sich als Desaster herausstellen. Wenn ein Unternehmen zudem nicht effizient oder sicher mit Prosumern interagiert, riskiert es seinen Ruf. Manche Firmen ignorieren Prosumer auch ganz, was zu schlechteren Ergebnissen und sinkenden Umsätzen führt. Die Herangehensweise ist hier für ein Unternehmen entscheidend.

Die Macht der Prosumer

Prosumer sind ein wachsender Trend und werden als sehr einflussreich eingestuft. Aktuelle Online-Artikel besagen, dass Unternehmen nicht mehr die volle Kontrolle über ihr Geschäft haben und die Konsumenten eine größere Rolle spielen. Online-Prosumer wie Blogger, Influencer und Nutzer sozialer Netzwerke treiben dies weiter voran. Manche sagen sogar, dass Prosumer über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden können! Hier sind einige Beispiele für Prosumerismus in Aktion:

  • Social Media
  • Für Plattformen wie Facebook, Instagram und YouTube sind Prosumer das schlagende Herz! Ohne Prosumer, die Inhalte posten, Communities gründen und ihre Erfahrungen teilen, würden diese Unternehmen schlichtweg nicht existieren.
  • Flat-Pack-Unternehmen (Bausatz-Systeme)
  • Viele Sofa-Unternehmen verkaufen fertige Produkte, die nach Hause geliefert werden. Nabru hingegen verkauft „Flat-Pack“-Sofas. Alle Teile werden an den Prosumer geliefert, der sie dann selbst zusammenbaut. Ikea ist ein weiteres, sehr bekanntes Beispiel für diesen Prosumer-Ansatz.
  • Energieversorger
  • Unternehmen wie Enel ermöglichen es Konsumenten, zu Prosumern zu werden. Diese Energie-Prosumer erzeugen ihren eigenen Strom über Solaranlagen oder Turbinen. Jeder Überschuss kann zurück ins Netz verkauft werden.
  • Markenbotschafter (Brand Advocates)
  • Einige Unternehmen wie Shein erlauben es ihren Konsumenten, als Fürsprecher oder Botschafter aufzutreten. Dies sind oft Social-Media-Nutzer, die Inhalte über ihre Erfahrungen als Konsument posten und Rabattcodes anbieten, um dem Unternehmen neue Kunden zu verschaffen.
  • Plattformen zum Informationsaustausch
  • Seiten wie Wikipedia, Medium und Quora basieren alle auf Prosumern. Sie produzieren und konsumieren dort die Inhalte; ähnlich wie bei sozialen Medien erstellen sie den Content auf beiden Seiten. Quora wird zum Beispiel von vielen genutzt, um sowohl Fragen zu stellen als auch Antworten zu geben.
clickworker.com
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