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Social Bashing

Wenn Social Media missbräuchlich wird

Bashing beschreibt verbale Herabwürdigung und harsche öffentliche Kritik. In Kombination mit dem Begriff „Social“ bezieht es sich auf anklagende oder beleidigende verbale Angriffe im Rahmen von Social-Media-Aktivitäten. Dieses Phänomen wird oft als Cybermobbing bezeichnet und ist eine Form des Cyber-Bullying. Social Bashing findet in der Regel im öffentlichen digitalen Raum statt.

Social Bashing

Formen von Social Bashing

Social Bashing äußert sich meist durch Beleidigungen, die durch eine Vielzahl negativer Posts oder Kommentare entstehen – oft von mehreren verschiedenen Personen. Dieses Bashing tritt häufig auf Social-Media-Plattformen, in Foren und Netzwerken auf. Ein weiteres Format ist das sogenannte „Abuse-Reposting“, bei dem Inhalte einer Person geteilt und mit zusätzlichen Beleidigungen versehen werden. Darüber hinaus rufen einige Angreifer dazu auf, das Konto oder die Beiträge des Opfers fälschlicherweise zu melden, um deren Löschung zu erzwingen. Bei diesen Aktionen handelt es sich nicht nur um den Frust von Kunden gegenüber einem Unternehmen. Im Gegenteil: Ziel ist es ganz gezielt, Individuen zu beschimpfen und zu verletzen. Dies kann in Form von vorurteilsbehafteten Kommentaren, rassistischen Angriffen, Gewaltandrohungen, Online-Stalking und mehr geschehen.

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Social Bashing bei Prominenten

Personen des öffentlichen Lebens sind nicht immun gegen Social Bashing; tatsächlich sind sie oft den heftigsten Anfeindungen ausgesetzt. Bedauerlicherweise handelt es sich bei diesen Kommentaren nicht um einfache Kritik oder das Ablassen von Emotionen, sondern um direkte, persönliche Angriffe, die extrem schädlich und gefährlich sein können. Tragischerweise nahm sich im Jahr 2020 die britische Moderatorin Caroline Flack nach wiederholtem Online-Bashing das Leben. Erschreckenderweise beteiligten sich daran auch mehrere Medienhäuser, was zur Einführung eines Gesetzes führte, das Mobbing und Belästigung durch britische Medien unter Strafe stellt. Glücklicherweise ist das meiste Online-Bashing gegen Privatpersonen kurzlebig, und die Opfer können die Angreifer blockieren oder sich der Situation entziehen.

Warum passiert es?

Der Großteil der Bevölkerung würde niemals in Erwägung ziehen, sich online so zu verhalten, was die Frage aufwirft, warum manche es für akzeptabel halten. Es gibt viele Gründe für die Zunahme dieses Verhaltens im Netz:

Anonymität

Im Internet ist es generell sehr einfach, die eigene Identität zu verbergen. Die meisten Social-Media-Plattformen und Foren verlangen keinen Identitätsnachweis für die Nutzung. Daher verwenden Menschen Pseudonyme und falsche Angaben, um anonym zu bleiben. Zusätzlich nutzen viele VPNs, um ihre IP-Adresse zu verschleiern oder vorzutäuschen, sodass selbst das Herkunftsland unbekannt bleibt. Die Täter wissen, dass ihre Handlungen in den meisten Fällen von den Strafverfolgungsbehörden nicht ernst genommen werden und die Bearbeitung von Meldungen lange dauern kann. Sie gehen daher davon aus, dass ihr Handeln kaum oder gar keine Konsequenzen hat.

Fehlendes Sozialverhalten

Social Bashing wird manchmal von Personen begangen, die schlichtweg nicht wissen, wie man sich angemessen verhält. Dies können jüngere Menschen sein, Personen mit schwachen moralischen Vorstellungen oder solche mit einer eingeschränkten Fähigkeit zu Verständnis oder Empathie. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, werden aber oft auf eine schwierige Erziehung zurückgeführt. Alternativ können körperliche oder psychische Probleme dazu führen, dass Personen um sich schlagen oder ein geringes Selbstwertgefühl kompensieren. Jemanden online herabzuwürdigen, kann ihnen ein kurzzeitiges Überlegenheitsgefühl verschaffen.

Gruppendynamik (Mob-Mentalität)

Manchmal beabsichtigt jemand gar nicht, eine Person aktiv zu „bashen“, wird aber von der Dynamik mitgerissen. Wenn jemand beobachtet, wie sich eine Situation entwickelt, und das Gefühl bekommt, dass das Verhalten anderer legitim ist, schließt er sich an. Dies ist auch als „Mitläufereffekt“ bekannt. Dies erklärt, warum viele Bashing-Vorfälle mit ein paar beleidigenden Antworten beginnen und in einem massiven Online-Mobbing enden.

Reaktion auf Social Bashing

Für Privatpersonen kann das Verlassen der Situation oder das Blockieren/Melden anderer die Lage oft entschärfen oder beenden. Unternehmen können jedoch nicht einfach verschwinden. Wie ein Unternehmen auf diese Art von Verhalten reagiert, spielt eine entscheidende Rolle für die Außenwahrnehmung. Emotional oder ebenfalls beleidigend zu reagieren, lässt das Unternehmen genauso schlecht dastehen wie die Angreifer. Hier sind einige Tipps für Unternehmen:

  • Reagieren Sie nicht persönlich
  • Bleiben Sie positiv
  • Blockieren Sie Belästiger
  • Nutzen Sie Meldefunktionen
  • Kommunizieren Sie sachlich im Nachgang

Als Unternehmensinhaber oder Social-Media-Manager gerät man leicht in die Defensive oder reagiert emotional. Oft versucht das Unternehmen, sich zu erklären, verstrickt sich dabei aber in endlose Diskussionen. Diese öffentlichen Debatten werden von anderen wahrgenommen und können den Ruf des Unternehmens schädigen. Wenn das Unternehmen dann versucht, Beiträge oder Kommentare zu löschen, kann ihm Zensur vorgeworfen werden. Wenn ein Beitrag jedoch extrem unhöflich oder vulgär ist, sollte er definitiv entfernt werden.

Schadensbegrenzung

Es ist am besten, Ruhe zu bewahren, kommunikativ zu bleiben und die Probleme anzusprechen, die der „Mob“ eventuell bemängelt. Offenheit, Ehrlichkeit und eine schnelle, faktenbasierte Bearbeitung lassen das Unternehmen professionell wirken. Manche Menschen versuchen online Unruhe zu stiften, nur um eine emotionale Reaktion zu provozieren. Indem man nicht darauf eingeht, verlieren die Angreifer hoffentlich das Interesse und lassen von weiteren Attacken ab.

Ähnliche Phänomene

Employer Shaming

Gelegentlich kann diese Form des Anprangerns gerechtfertigt sein, etwa wenn Arbeitnehmer ausgebeutet oder misshandelt wurden. Manche Angestellte versuchen jedoch, ihren Ex-Arbeitgeber aus Vergeltung herabzuwürdigen – sei es wegen einer Kündigung, persönlicher Groll oder purer Zerstörungswut. Mit dem Aufstieg von Portalen wie Glassdoor und Trustpilot werden Bewertungen oft von verärgerten Mitarbeitern hinterlassen. Glücklicherweise verfügen diese Seiten oft über Prüfmechanismen für Kommentare und entfernen Inhalte, die zu persönlich sind oder nachweislich falsch gemeldet wurden. Leider reagieren soziale Medien nicht immer so schnell, und Social Bashing kann den Ruf eines Arbeitgebers ohne dessen Verschulden schädigen.

Cancel Culture

Der Begriff entstand Ende der 2010er Jahre und bezieht sich auf eine Kultur, in der Personen oder Organisationen – oft öffentlich – geächtet werden, weil andere ihr Verhalten als inakzeptabel empfinden. Prominente Fälle betreffen meist Berühmtheiten oder populäre Organisationen. Während einige darin eine Stimme für die Öffentlichkeit sehen, empfinden andere diese Form des öffentlichen Prangers als unproduktiv und schädlich. Dies gilt besonders dann, wenn Maßnahmen auf der Grundlage von Hörensagen oder Gerüchten ergriffen werden, die sich als falsch herausstellen könnten. Dies ist nicht zu verwechseln mit der „Call-out Culture“, bei der meist marginalisierte Gruppen Missstände öffentlich machen, wie beispielsweise beim „MeToo“-Movement.

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