
Few‑Shot Learning (FSL) bezeichnet Methoden, mit denen ein KI‑Modell neue Klassen oder Konzepte erkennen kann, obwohl es nur wenige (z. B. wenige Dutzend oder nur wenige) Beispiele während des Trainings gesehen hat. Im Gegensatz zum klassischen maschinellen Lernen, das große, gut annotierte Datensätze braucht, zielt Few‑Shot darauf ab, mit minimalem Trainingsaufwand flexibel zu generalisieren — häufig genutzt bei Computer Vision, aber auch in anderen Domänen.
Few‑Shot Learning nutzt spezielle Lern‑ und Vergleichsstrategien, damit ein Modell auch mit wenigen Beispielen generalisieren kann. Statt sich auf große Datenmengen zu verlassen, misst es Ähnlichkeiten zwischen Beispielen, extrahiert generalisierbare Merkmale oder nutzt Meta‑Lernen, um Wissen von früheren Aufgaben auf neue zu übertragen. Typischerweise arbeitet man mit Konzepten wie „N‑Way, K‑Shot“, wobei N die Anzahl der Klassen und K die Anzahl der Beispiele pro Klasse angibt.
Es gibt verschiedene Ansätze für Few‑Shot Learning — abhängig, ob man auf Datenaugmentierung, metrisches Lernen, Meta‑Lernen oder generative Verfahren setzt. Manche Ansätze erweitern Daten künstlich, andere trainieren Netzwerke so, dass sie neue Klassen schnell adaptieren können. Kombiniert mit modernen Deep‑Learning‑Frameworks können so auch mit kleiner Datenbasis robuste Modelle entstehen.
Tipp:
Auch beim Few‑Shot Learning sind Qualität und Vielfalt der Trainingsdaten entscheidend — besonders wenn man mit wenigen Beispielen arbeitet. Mit hochwertigen, sauber annotierten Datensätzen lassen sich bessere Ergebnisse erzielen. Wer auf maßgeschneiderte Daten angewiesen ist, kann etwa Trainings‑ und Annotierungsservices nutzen, um passende Datenmengen bereitzustellen.
KI‑Trainingsdaten von clickworker
Beim Zero‑Shot Learning versucht das Modell, Klassen vorherzusagen, die es während des Trainings niemals gesehen hat — typischerweise über semantische Attribute oder externe Wissensdatenbanken. Beim Few‑Shot Learning hingegen existieren zumindest wenige Beispiele jeder Klasse im Training. Deshalb ist Few‑Shot oft robuster und einfacher umzusetzen, wenn auch nicht ganz so flexibel wie Zero‑Shot.
Ansätze umfassen unter anderem:
Few‑Shot Learning wird unter anderem in folgenden Bereichen eingesetzt:
One‑Shot Learning ist eine extremere Form des Few‑Shot: Hier existiert pro Klasse nur ein einziges Trainingsbeispiel. Das Modell muss dann in der Lage sein, aus diesem einzigen Beispiel die Klasse zu erkennen — etwa für Aufgaben wie Gesichtserkennung bei Smartphones oder bei seltenen Objekten.
Few‑Shot Learning bleibt ein aktives Forschungsfeld. Mit Fortschritten bei Meta‑Lernen, besseren Architekturen und immer leistungsfähigeren Modellen könnten FSL‑Techniken zunehmend Standard werden — besonders dort, wo Daten knapp oder teuer sind. Zudem eröffnet FSL neue Möglichkeiten für flexible, adaptive KI‑Systeme, die mit wenig Aufwand auf neue Anforderungen reagieren können.
Few‑Shot Learning bietet eine vielversprechende Alternative zu klassischen datenintensiven Lernverfahren. Wenn hochwertige Trainings- und Annotierungsdaten vorhanden sind, lassen sich auch mit wenigen Beispielen robuste Modelle trainieren. Allerdings bleibt die Auswahl guter Beispiele und der Schutz vor Überanpassung entscheidend. Für viele Anwendungsfälle — insbesondere mit seltenen Klassen oder begrenztem Datenzugang — kann FSL den Zugang zur KI erheblich erleichtern.