Wenn die Fans das Drehbuch schreiben – Deutschlands erster Crowd-Film

11.09.2012

“Wolltest du schon immer mal im Filmgeschäft arbeiten, hast dir diesen Traum aber nie verwirklicht? Hast du das Gefühl, verborgene Talente zu haben, die du selbst noch nicht kennst? Oder stehst du einfach noch ganz am Anfang deiner grenzenlosen Karriere? Dann werde jetzt einer von uns – werde ein Cascadeur!”
Mit diesen Worten will das Team der Cascadeur Filmproduktion auf seiner Homepage Kreative für eine ganz besondere Produktion gewinnen: Cascadeur Reloaded – Deutschlands erster Crowd-Film.

Crowd-Film
Eine Szene aus dem Originalfilm von 1998. Copyright: Cascadeur Film

Ziel des Projekts ist ein Sequel des 1998 erschienenen Actionfilms „Cascadeur – die Jagd nach dem Bernsteinzimmer“, einer abenteuerlichen Schatzsuche in Südamerika mit Heiner Lauterbach und Regula Grauwiller. Wie der neue Film aussehen wird – ob es sich um eine Fortsetzung oder ein Remake handelt, weiß bisher niemand so genau, denn ganz nach dem Prinzip „Crowdsourcing“ kann hier jeder mitentscheiden. Vom Drehbuch über den Dreh bis zu Schnitt und Synchronisation: Wer will, kann sich als Cascadeur registrieren und mitarbeiten; am heimischen Computer oder in einem der „Cascadeur Community Camps“, bei denen gemeinsam diskutiert, geplant und gewerkelt wird. Damit zu viele Kreative am Ende nicht den Film verderben, halten letztendlich aber doch die Profis die Fäden in der Hand. Produzent Jimmy Gerum und Regisseur Hardy Martins brachten in den 90ern bereits den ersten Cascadeur auf die Leinwand und wagen sich nun an das ungewöhnliche Crowd-Projekt. „Der demokratische Prozess ist natürlich ein Risiko, aber wir glauben, dass wir Visionen und Ideen bündeln können. Natürlich müsste man die „amateurhaften Genies“ ein bisschen anleiten“, sagt Jimmy Gerum in einem Interview dem Münchner Merkur.

Der Fantasie der Fans sind dabei erst einmal keine Grenzen gesetzt und auch wer keine Filmerfahrung hat, kann seinen Teil zum Endprodukt beitragen: „Jemand könnte etwa ein Graffito für eine Filmszene sprühen oder sein Haustier als Komparsen auftreten lassen“, schlägt Gerum vor.

Auch der genaue Zeitplan ist bei solch einem Projekt ungewiss, und wann der fertige Film schließlich über Kinoleinwand oder Fernsehbildschirm flimmert, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass der Entstehungsprozess – ganz wie bei einem gewöhnlichen Film – mehrere Jahre dauern wird.

Wer will, kann jetzt noch in der Anfangsphase einsteigen und von Beginn an mitentscheiden, wer wo und wie in ein paar Jahren dem Bernsteinzimmer oder einem anderen Schatz nachjagt. Den Originalfilm von 1998 gibt es zur Inspiration hier zu sehen:

Dieser Artikel wurde am 11.September 2012 von tina geschrieben.

von: Ann-Kristin Schäfer

Ann-Kristin Schäfer, Support & Recruiting