Tausende Internetnutzer singen gemeinsam im virtuellen Chor

19.09.2012

Mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen singen, ohne das eigene Zimmer verlassen zu wollen, ist unmöglich? Nein, denn dank des Internetprojekts „Virtual Choir“ (virtueller Chor) des US Amerikaners Eric Whitacre, kann nun jeder von zuhause aus Teil eines weltweiten Chors sein.

Die Idee kam Whitacre nachdem ein Mädchen ein Video von sich selbst bei Youtube hochgeladen hatte, in dem sie eines von Whitacres Stücken sang. Davon inspiriert rief Whitacre seine Fangemeinde auf, sich selbst beim Singen des Liedes „Sleep“ zu filmen und das ganze bei Youtube einzustellen. Das war im Jahr 2009. Im selben Jahr folgte das Stück „Lux Aurumque“, welches bisher 3Millionen Mal angesehen wurde und an dem 185 Sänger aus 12 Ländern mitwirkten. Beide Videos kann man sich auch auf der extra für Deutschland eingerichteten Fanseite.

Das Stück „Sleep“ wurde 2010 erneut veröffentlicht. Durch eine Videoanleitung, in der Whitacre als Dirigent die Sänger anleitet (wie schon bei “Lux Aurumque”, wurde die Produktion wesentlich professioneller und erfolgreicher. Das Ergebnis kann man sich ebenfalls auf der Webseite ansehen.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Eric Whitacre das Nachfolgeprojekt Virtual Choir 2.0 (Neuauflage „Sleep2 und „Lux Aurumque“) und diesmal beteiligten sich 200 Sänger aus 58 Ländern.

Seinen bisherigen Höhepunkt hatte das Projekt im April 2012, als Virtual Choir 3 „Water Night“ zum 100jährigen Jubiläum des Titanicuntergangs bei den offiziellen Feierlichkeiten in Belfast gezeigt wurde. „Water Night“ basiert auf einem Text von Octavio Paz, einem mexikanischen Literaten und handelt von der Macht des Wassers. Am Video zu „Water Night“ sind insgesamt 2945 Sänger aus 73 Ländern beteiligt, die mehr oder weniger große Teile des Liedes zum Besten geben. Die Produktion ist gut durchorganisiert und die Sänger sind alle nach ihren jeweiligen Tonlagen gruppiert.

Eric Whitacre will mit seinen Produktionen komplexe audio-visuelle Erlebnisse schaffen, die den Zuhörer in ihren Bann ziehen. Dadurch, dass er mit der weltweiten Internetgemeinschaft zusammenarbeitet, hat er Zugriff auf ungeahnte Ressourcen. Zwar machen auch einige professionelle Sänger mit, aber die meisten Beteiligten sind Amateure. Das Projekt ist nicht unähnlich dem Youtube symphony orchester (YTSO). Für dieses wurden 2008 das erste mal Musiker für ein Symphonieorchester gecastet und Musikstücke online eingespielt. Der Unterschied zum virtuellen Chor besteht darin, dass sich das YTSO bisher schon zweimal zu einem realen Auftritt zusammengefunden hat und der Chor nur virtuell existiert.